[Review] Ready Player One

  • Autor: Ernest Cline
  • Titel: Ready Player One
  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Penhaligon Verlag (26. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764530901
  • ISBN-13: 978-3764530907
  • Genre: Fantasy / Science Fiction
  • Zusammenfassung: Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

Ich mag die Wirklichkeit nicht, aber sie ist immer noch der einzige Ort, wo es etwas Vernünftiges zu essen gibt.

Alle Nerds, aufgepasst! Bevor am 5. April 2018 der Film heraus kommt, möchte ich euch  anraten, dieses einzigartige Spektakel für Pop- und Nerdkultur der 80er noch vorher zu lesen.

Damit ihr einen kurzen Eindruck bekommt, was alles in diesem Buch vorkommt, hier ein paar wenige Stichworte: Herr der Ringe, Frank Herberts Dune, The Hitchhikers Guide to the Galaxy, Terry Pratchetts Discworld, Stephen Kings Dunkler Turm, Ghostbusters, Space Invaders, Donkey Kong, Billy Idol Songs, Spielekonsolen wie Atari und Commodore,D&D, WoW, Firefly, Star Wars, Star Trek, Battlestar Galactica, X-Men, Batman, Monty Python, der Terminator, mehrere DeLoreans, Die Goonies, Die Matrix, das A Team, Nightrider, Tron, Indiana Jones, Highlander, Wham!, John Travolta und ein Raumschiff namens Vonnegut.

Wie ihr vielleicht merkt, ist dieses Buch also nix für die ‚coolen Kids‘, die um die etwas schrille und eigensinnige 80er Kultur einen großen Bogen machen. Wir reden hier von einem Nostalgie-Porno der ersten Güte. Von einem Fan für Fans präsentiert uns Ernest Cline hier ein Potpourri vielfältiger Nerdkultur. Ich selbst bin zwar etwas jung, um die 80er erlebt zu haben, doch als kleine Schwester konnte ich mich doch nicht den Leidenschaften meines Bruders verschließen, der in unserem gemeinsamen Kinderzimmer ein Modell der Enterprise nachbaute oder sein Recht des Älteren ausnutzte, um Herrschaft über die TV-Fernbedienung zu erhalten. Zwischen He-Man, ET und Bladerunner sprang dann auch bei mir der Funke über. All diese Serien und Filme sind in Gedanken immer vom Einwähl-Geräusch eines 56k Modems und dem nervigen 8bit Sound des pew-pew-pew von diversen MS-DOS Spielen begleitet. Als mich mein Bruder dann feierlich Alex Kidd und Sonic auf seiner SEGA spielen ließ, war das für mich wie ein Ritterschlag. Als ‚Kind der 80er ehrenhalber‘ kann ich also nicht anders, als diesem Buch einem ersten Impuls folgend, das bestmögliche Rating zukommen zu lassen.

Der anspruchsvolle Leser sei jedoch ngewarnt: es gibt langweilige Phasen. Es gibt Momente, in denen so viele glückliche Zufälle aufeinander prallen, dass man dem Autor manche Handlungsstränge nur zähneknirschend abnimmt. Der Schreibstil ist gelegentlich holprig, weil Cline versucht, so viele Refernzen wie möglich in seine Seiten zu pressen, egal ob handlungsrelevant oder nicht. Von der Übersetzung will ich lieber gar nicht anfangen. Zudem bleiben interessante Ansätze ungenutzt.  Die erfundene Online-Oberfläche OASIS – so cool sie auch sein mag – birgt seine Tücken. Zwar mag diese Plattform ohne Rassismus und andere Vorurteile auskommen, doch birgt sie ein Suchtpotential, dass zwar angeschnitten, aber nie tiefer diskutiert wird. Vor allem das Ende, dass ‚Netzneutralität‘ verspricht, verheißt nichts gutes für die grob skizzierte dystopische Welt, die langsam zerfällt, während sich alle Menschen nun noch leichter online flüchten können. Ready Player One versucht zudem, bereits vorhandene Ideen neu zu erfinden, was jedoch bloß wieder an andere (bessere) Bücher erinnern lässt.

All die Star Wars-Referenzen können leider nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Buch in der Basis nur semigut bis ’so lala‘ ist. Dennoch gibts von mir trotz allem ein überdurchschnittlich gutes Rating, da ich so unglaublich viel Spaß beim Lesen hatte. Ich kann halt auch nicht aus meiner Nerd-Haut.

rating4

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10 Kommentare

  1. Hallo, Tex!
    Das Ding steht ja nun jetzt schon seit ewigen Zeiten auf meiner Buchkultur-Liste und ich denke, so langsam wird es aber wirklich Zeit. Star Wars? Star Trek? Firefly? Man bringe mir dieses Buch. 😀
    Nun, es klingt auf jeden Fall vielversprechend. Danke für diese anregende Rezension. 😉
    LG, m

    Gefällt 1 Person

    • Oh je, deine Leseliste wird immer länger und ich trage einen Teil der Schuld. 🙈😁 Aber was auch immer du gerade liest: leg es weg und lies dafür Ready Player One! Ich hatte teilweise ein Dauergrinsen im Gesicht, weil das Retrofeeling auf mich einprasselte und mir ganz warm ums Herz wurde.

      Gefällt 1 Person

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