• Autor: Joe Hill
  • Titel: Fireman
  • Broschiert: 960 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2017)
  • ISBN-10: 345331834X
  • ISBN-13: 978-3453318342
  • Genre: Fantasy / Science Fiction
  • Zusammenfassung (lt. Amazon):

Eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, und keiner ist davor gefeit: Alle Infizierten zeigen zunächst Markierungen auf der Haut, bevor sie urplötzlich in Flammen aufgehen. Die USA liegt in Schutt und Asche, und inmitten des Chaos versucht die Krankenschwester Harper Grayson, sich und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Doch dann zeigt auch sie die ersten Symptome. Jetzt kann sie nur noch der »Fireman« retten – ein geheimnisvoller Fremder, der wie ein Racheengel durch die Straßen New Hampshires wandelt und scheinbar das Feuer kontrollieren kann.

„Irgendwas brannte immer: ein Haus, ein Ladenlokal, ein Auto, ein Mensch.“ (S. 81)

Spontane Selbstentzündung? Klingt erstmal eher nach Comedy, doch der King-Sprössling hat die ‚Dragonscale‘-Krankheit mit der richtigen Menge an Sci-Fi gemischt. Da ich in dieser Weise noch nichts derartiges gelesen habe, empfand ich die Idee als originell und auch den Endzeitgedanken, welcher mit der Krankheit kam, als erfrischend andere Dystopie. Oftmals werden Sci-Fi – Apokalypsen für mich zum Ende hin eher unglaubwürdig und lächerlich. Der Fireman dagegen war gut durchdacht und bisweilen unvorhersehbar.

Es hat etwa einen Monat gedauert, mich durch dieses Buch zu arbeiten. Obwohl die ersten 200 Seiten relativ schnell weg gelesen waren und ich die Geschichte anfangs kaum weglegen konnte, zogen sich zwischendrin einige Kapitel wie Kaugummi. Die inkonsistente Handlung war am Anfang noch packend, hatte dann in der Mitte seine Längen, wurde zwischendrin und zum Ende hin wieder spannend um dann mit einem enttäuschenden Ende aufzuwarten. Eventuell lag es einfach an meiner Leselaune. Jedoch hätte das Buch meines Erachtens nach trotzdem um die 100 Seiten kürzer sein können.

Auch wenn der Spannungsbogen etwas flatterhaft war, so konnten aber die Figuren glänzen: hielt ich Harper am Anfang noch für eine typische Mary Sue, wuchs sie mir zunehmend ans Herz. Der Fireman selbst hätte meines Erachtens gern eine größere Rolle spielen können. Es gab Charaktere, die ich gleich mochte und welche, die mir sofort unsympathisch waren. Hill konnte mich schnell mit seinen geschaffenen Charakteren einnehmen. Das mag vor allem am gesamten Schreibstil liegen, der schon nach wenigen Sätzen die perfekte Atmosphäre schuf. Der flüssige und leicht verständliche Stil, der ab und zu mit ausschweifender Detailverliebtheit spielt, scheint den Kings und Hills wohl im Blut zu liegen.

Ich schwanke noch immer, ob dieser Roman nun 3 oder 4 Tassen verdient. Insgesamt bin ich angesichts der vielen Kritikpunkte jetzt nicht ganz Feuer und Flamme, doch ich habe es vor allem am Anfang begeistert verschlungen. Obwohl es hie und da einige Schwächen und Längen gab, ist das Buch in seiner Idee und deren Umsetzung lobenswert. Vor allem die Charaktere haben es mir angetan, doch das Ende war einfach enttäuschend. Auch wenn Hill hier offensichtlich ein offenes Ende schaffen wollte, so blieben mir einfach zu viele Fragen unbeantwortet und Handlungslöcher ungeflickt.

Sci-Fi Fans, denen eine gute Prämisse und hervorragend ausgearbeitete Figuren wichtig sind, kann ich Joe Hills Fireman nur ans Herz legen. Auch wenn es an mancher Stelle zu langatmig ist, wird man mit diesem Pandemie-Endzeitroman trotzdem eine Menge Spaß haben.

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