Einen fröhlichen Samstag euch allen!

Habt ihr die letzten Tage auch die Blogger alle wild zählen hören, als säße ihnen Graf Zahl im Nacken? Zumindest bei folgenden Drabble-Teilnhmern ist dieser ausgeprägte Zählwahn durchaus berechtigt:

Viele von euch scheinen schon in Osterstimmung zu sein. Apropos Hase… Wieso eigentlich Osterhase? Warum nicht die Ostereule oder der Ostergoldfisch? Welches Tier würdest du als Repräsentant wählen und warum? Und auf welche Weise würde dieses neue tierische Upgrade das Osterfest verändern?


Bevor ich euch meine Wahl präsentiere, komme ich mal wieder mit ein wenig altklugen Wissen daher, um meinem Bildungsauftrag genüge zu tun. Wieso bringt eigentlich ein Hase Eier und was hat das mit der Auferstehung von Jesus zu tun?

So ganz ist das nicht klar. Manche behaupten, hier hätte sich Heidentum und Christentum etwas vermischt: Die heidnische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Eostre erwählte den rapide vermehrenden Hasen als ihr Symboltier. Da Ostara, das Fest ihr zu Ehren, im Frühling gefeiert wurde, bot sich für die Kirche der Hase ganz gut an, um der Wiederauferstehung eine Symbolik für neues Leben unterzujubeln. Ab dem späten Mittelalter zumindest tauchte der Hase dann auch in der Kunst auf. Richtig populär wurde der Meister Lampe allerdings erst im 19. Jahrhundert, als er plötzlich in Form von Schokolade und Stofftieren auftauchte.

Die Ostereier haben eine ähnliche Bewandtnis: Eier galten schon im alten Babylonien, Ägypten und Persien als Symbol für Fruchtbarkeit und erneutes Leben. Je nach Region brachten aber auch Kuckuck, Storch oder Fuchs schon einmal die Ostereier. Es ist also durchaus denkbar, dass im Fall von Osterhase und Ostereiern einfach zwei verschiedene Ideen, die trotzdem dasselbe ausdrücken, zusammenkamen und seitdem dafür sorgen, dass der Osterhase die Ostereier bringt. Verrückt. Aber auch nicht abwegiger als die Babies vom Storch.

Ich selbst fände es ja viel logischer, wenn Eichhörnchen die Ostereier bringen würden. Zum einen wäre dieses Conundrum geklärt, wie die Eier so hübsch bunt bemalt sein können. Das eine Hasenpfote einen Pinsel halten kann, ist ja wohl eine tollkühne Lüge. Eichhörnchen mit ihren vier Fingern dagegen? Kinderspiel. Würde zudem erklären, warum die Eier überhaupt versteckt werden. Wie Scratch mit seinen Nüssen, soll ja auch so ein Osterei nicht einfach so offen rumliegen. Wie die kleinen roten Nager an Eier kommen, ist ebenfalls klar: sie springen vom Baum aufs Hühnerhennendach, schlüpfen von dort Ninja-like in den Stall, schnappen sich das Ei und schwupps sind sie flink wieder draußen. Klingt unlogisch? Ich bitte euch, habt ihr schon mal einen Hasen über einen Hühnerstallzaun hoppeln sehen?

Würden Eichhörnchen die Eier bringen, müssen sie vermutlich erstmal das Ei beklopfen und schauen, ob sie nicht eine ‚hohle Nuss‘ erwischt haben. Eine ‚Füllung‘ für den Finder wäre also garantiert. Kritisch ist eventuell nur das imperative Hamstern, dass dem Eichhörnchen inne liegt. Die Eier wären also richtig gut versteckt und man muss sich als fleißiger Sucher vermütlich ganz schön Mühe geben; eventuell auch auf Bäume klettern oder Expeditionen in tiefe Eisschollen starten. Aber der Teufel ist ja bekanntlich ein Eichhörnchen, und das ernährt sich nur mühsam. Das Eichhörnchen denkt mit diesen guten Versteckorten vielleicht sowieso nur an unsere Gesundheit. Eier haben ja angeblich sowieso viel zu viel Cholesterin.


Mein Osterhörnchen klärt zumindest für mich einige ziemlich gegensprüchliche Fakten, die der Mythos Osterhase so mit sich bringt. Und welches Tier bringt bei euch die Eier?


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