• Autor: Maria Turtschaninoff
  • Titel: Maresi
  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453316991
  • ISBN-13: 978-3453316997
  • Genre: Fantasy
  • Zusammenfassung: In einer Welt, in der Mädchen keine Rechte haben, erscheint eine Insel, auf der nur Frauen leben und dort die Mythen der Göttin studieren, wie ein Märchen. Für die junge Maresi ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Sie ist bereits seit vier Jahren als Novizin auf der Insel und damit in Sicherheit. Bis eines Tages Jai – helles, wildes Haar, vor Schmutz starrende Kleider und Narben auf dem Rücken – einem Boot entsteigt. Sie sucht Schutz vor schrecklicher Gefahr und unvorstellbarer Grausamkeit. Doch als Jais Verfolger in der Roten Abtei auftauchen, muss Maresi über sich selbst hinauswachsen, um sich, Jai und ihr Zuhause zu retten …

Das ist es also, was sich zugetragen hat, als Jai im neunzehnten Leitungsjahr der zweiunddreißigsten Mutter ins Kloster kam, als die Hagga zu mir sprach und die Frauen einen Sturm herbei kämmten.

Ich möchte mich vor Beginn der Rezension bei der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir gelegentlich Bücher,unter anderem auch Maresi, als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellt. Dadurch konnte ich schon einige tolle Bücher entdecken, die ich so sonst nie auf dem Schirm gehabt hätte. Obwohl selten, geschieht es aber auch manchmal, dass ich Bücher erwische, die mich doch nicht so ganz überzeugen.

Maresi schien mir dabei eigentlich eine sichere Sache zu sein: Das Cover und der Klappentext vermittelte mir ein ‚Nebel von Avalon‘-Feeling, womit ich gar nicht mal so falsch lag. Elemente in den Glauben an die Göttin als Jungfrau, Mutter und alte Frau zeigten eine Anlehnung an die Naturreligion, die auch bei Marion Zimmer Bradley zentrale Rolle der Figuren ist. Obwohl Turtschaninoff den Glaube an die Allgöttin gut angerissen hat, hätte ich mir hier doch etwas mehr Tiefe gewünscht. Hier gab es Potential, dass nicht genutzt wurde. Doch vielleicht erfährt man ja noch etwas mehr in den folgenden Teilen der Red Abbey Chronik?

Ich mag Alternativ- und Altwelt-Stories, welche die High Fantasy bietet. Hier wurde ich jedoch leider nicht richtig in die Welt gezogen. An dem schönen Schreibstil kann es nicht liegen,vermutlich aber eher an der Geschwindigkeit. Die Geschichte beginnt nur langsam, als würde man den Leser nur in Babyschritten in die Handlung einführen wollen. Erst auf der Hälfte des Buches scheint überhaupt einmal etwas zu passieren. Als dann endlich etwas Schwung in die Sache kam, war auch schon alles wieder vorbei. Ähnlich ging es mir auch mit den Figuren: die Bewohnerinnen des Klosters, inklusive der Protagonistin Maresi selbst, schienen mir recht distanziert.Es dauerte 200 Seiten bis zum Schluss ein zartes Band von Beziehung zwischen mir und Maresi zu existieren schien.

Was mir jedoch am meisten quer liegt, ist die Frage nach dem Thema des Buches. „Was will uns der Autor damit sagen?“ Das Gott, respektive die Göttin einen rettet, wenn man nur lang genug betet? Das es als Frau sicherer ist, in Abgeschiedenheit auf einer kleinen Insel im Meer zu leben? Die Menschheit ist grausam? Die feministischen Züge, von denen andere Rezensenten so schwärmen, konnte ich leider nur begrenzt entdecken.

Nach ein paar Tagen hatte ich die Story schon fast wieder vergessen, was meinen Gesamteindruck des Buches unterstreicht: durchschnittlicher Plot, durchschnittliche Figuren. Wer jedoch ein Fan von ruhigen Romanen ist, die sich weniger auf den Fantasy-Aspekt, sondern das Zusammenspiel der Figuren konzentriert: Nur zu!

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