Red Rising (Red Rising, #1)
  • Autor: Pierce Brown
  • Titel: Red Rising
  • Originaltitel:Red Rising – The Red Rising Trilogy Book 1
  • Broschiert: 576 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (14. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453534417
  • ISBN-13: 978-3453534414
  • Genre:Science Fiction / Fantasy

 

Klappentext: Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …

Das Erste, was ihr über mich wissen solltet, ist, dass ich der Sohn meines Vaters bin. Und als sie ihn holten, tat ich, worum er mich gebeten hatte. Ich habe nicht geweint.

Der Einstieg fiel mir recht schwer, prasselten doch gleich zu Beginn viele Informationen und Eindrücke auf mich ein. Nachdem ich jedoch das Buch beim dritten mal in die Hand genommen habe, wollte ich mich dann aber doch durchkämpfen. Auf Seite 20 dachte ich noch immer’Na ob das was wird‘, auf etwa Seite 50 kam die erfreuliche Überraschung und als es ein paar Seiten später richtig brutal und blutig zu ging, war ich gefesselt.

Nachdem man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, entführt uns Brown und sein Protagonist Darrow in eine rassistische Welt voller Klassenunterschiede, Ungerechtigkeiten und blutiger Politik. Dieses Buch ist nicht für jedermann! Nach einer intensiven Welterklärung wird dem Leser schnell klar, dass dieses Buch nicht unschuldig daher kommt: Die Arbeiterklasse, die’Roten‘, schufften, bluten, sterben und hungern, während die ‚goldenen‘ Herrscher Dinge kaufen, die sie nicht brauchen oder sich in den Bordellen mit Drogen und ‚Pinken'(sprich Prostituierten) begnügen. Viele wissen nicht einmal um die Ungerechtigkeiten des Systems. Nur einige wenige kennen die Wahrheit und planen eine Revolution. Und wie man weiß, werden Kriege leider nicht mit einem freundlichen Gespräch und einer Kanne Tee geführt, sondern in Schlachten, in denen Waffen gezückt, Freundschaften verraten und Menschen erniedrigt und niedergemetzelt werden. Dieses Buch ist nicht fröhlich und friedlich, sondern ein Schlag ins Gesicht.

Dieses Buch zeigt nicht alles: manchmal kann man nur erahnen, was in anderen Teilen der erschaffenen Welt vorgeht, bis der Hinterhalt dir plötzlich aus den Buchseiten entgegen springt. Manche Szenen konnten mich überraschen und in ihren Wendungen aus der Bahn werfen. Ich finde es oftmals schwer und träge, wenn all zu viele Kriegsszenen und Kämpfe auf mich einprasseln, aber dieses mal empfand ich es als prickelnd und frisch, da es einfach zum Lesefluss dazu gehörte, statt ungelenk herein gebastelt worden zu sein.

Der Protagonist Darrow trifft im Laufe der Handlung manchmal Entscheidungen, die vom moralischen Standpunkt nicht richtig sind, die er jedoch treffen muss, um seinem Ziel näher zu kommen. Er verliert sich langsam selbst, was nicht nur ihm, sondern auch mir als Leser das Herz brach. Anders als die vielen anderen dreiteiligen YA-Dystopien der letzten Zeit, ist der Protagonist nicht übermäßig mit einem komplizierten Liebesdreieck beschäftigt, sondern konzentriert sich auf die wirklich relevanten Probleme. Natürlich könnte ich in manchen Punkten Vergleiche zu ähnlichen Büchern ziehen, wie etwa den Tributen von Panem, doch Red Rising nahm hier den mutigen Sprung ins schonungslose, den ich bei anderen seiner Art vermisste.

Wer also eine dieser YA-Romanzen mit Sci-Fi-Einfluss erwartet, ist mit diesem Buch falsch beraten. Wer sich aber an einem literarischen Schachspiel voller Tod, Täuschung, Manipulation und Machtspielchen erfreut, sollte sich Red Rising nicht entgehen lassen.

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