• Autor: Jürgen von der Lippe
  • Titel: Beim Dehnen singe ich Balladen
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (12. Dezember 2016)
  • ISBN-10: 3328100369
  • ISBN-13: 978-3328100362
  • Genre: Belletristik / Humor
  • Zusammenfassung: Kant hat die Ehe auch als einen Vertrag zur wechselseitigen Nutzung der Geschlechtsteile bezeichnet. Das ist natürlich Quatsch, findet Jürgen von der Lippe. Ein Vertrag enthält schließlich immer eine Garantie. Und welche Frau würde diese nicht nach kurzer Zeit in Anspruch nehmen, den Mann zurück zu seiner Mutter bringen und sagen, hier nimm ihn zurück, er ist ein Mängelexemplar?
    Sie sind böse, sie sind abgründig, sie sind dreist und blitzgescheit, vor allem aber überraschend und schmerzhaft komisch: die neuesten Kurzgeschichten und Glossen von Altmeister Jürgen von der Lippe, der sich einmal mehr selbst übertroffen hat.

Ich heiße Horst.
Was machen Sie so?
Ich bin Kannibale.
Kann man davon leben?
Aber ganz wunderbar, viel Eiweiß, kaum Kohlenhydrate, das hält schlank, sollten sie auch mal überlegen.

Jürgen von der Lippe kann man mit Fug und Recht als eine Institution der deutschen Comedy bezeichnen. Seit 1980 erfreut er sein Publikum mit seinem intelligenten Witz, Anzüglichkeiten und Liedern, in denen ‚der Wurm drin‘ ist. In seinem neuen Buch greift er mehr oder weniger realistische Situationen auf und verarbeitet diese zu Geschichten und Glossen.

Wer die Programme und Werke vom Herrn Lippe verfolgt, wird feststellen, dass die Witze teilweise nicht mehr ganz so neu sind und oftmals auch nicht von ihm selbst stammen. Doch damit sollte man rechnen, ist Lippe ja dafür bekannt, alte Kalauer zum Besten zu geben. Jedoch war ich trotz dieses Wissens etwas enttäuscht, was die Pointen betraf. Einige Glossen sind durchaus witzig und wie immer von Lippe scharfzüngig und gut geschrieben. Leider ist aber auch ein guter Teil der kurzen Geschichten eher mittelmäßig. Anscheinend zünden diese live oder als Hörbuch einfach besser. Die Live-Lesung zum Buch mit Carolin Kebekus, Jochen Malmsheimer und Jürgen von der Lippe selbst mag vermutlich um Längen besser sein. Dennoch fühlte ich mich auch mit dem Buch gut unterhalten, waren die Geschichten in Lippemanier mit Feingeist und Wortgewandtheit intelligent verpackt.

Wenn es offiziell das Genre ‚Klolektüre‘ gäbe, würde dieses Buch aber trotzdem mit im dazu gehörigen Badregal stehen, denn die kurzen Geschichten und Glossen schaffen es, kurzweilig zu unterhalten. Als Lektüre zwischendurch ist es durchaus amüsant, aber leider nicht in der humoristischen Qualität, die man sonst von ihm gewöhnt ist.

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