Ich bin gerade mächtig am schwitzen. Und dabei habe ich mich nicht einmal groß von der Stelle vor meinem Fernseher weg bewegt. Wie das gehen soll? Mit Konsole, Spiel und zwei Sensoren. Wer für das neue Jahr den Entschluss gefasst hat, ein bisschen fitter zu werden, jedoch keine teure Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio abschließen möchte, empfehle ich einmal, active 2 von EA Sports (für Wii, Kinnect oder PS3) zu testen. 

In meinem ewigen Quest auf der Suche nach einem abwechslungsreichen Sportsregimen, habe ich mir eine Alternative zu Wii Fit suchen wollen, dass nach langer Benutzung doch recht langweilig wurde und mir zudem nicht wirklich intensiv erschien. Nach langem Suchen klickte ich dann mit gewissem Zweifel auf Kaufen. Diese Woche kam bei mir daraufhin dieses orangene Paket an, dass ihr oben seht. So fröhlich es auch aussieht, lasst euch nicht täuschen: active2 ist kein Spiel.Erwartet also nicht, die meiste Zeit begeistert zu lächeln. Es ist jedoch ein effizientes Workout-Tool für zuhause, solange man die mitgelieferten Sensoren richtig anbringt. Die Einrichtung erwies sich kurz als Geduldsspiel, da die Sensoren nicht ganz ohne sind. Nach einer viertel Stunde Sensor hin und her ziehen, Durchsuchen des Menüs und einer Kalibrierung konnte es dann aber los gehen.

Nachdem ich mich durch eine Charaktererstellung, individuelle Trainingsplanung und einführende Erklärungen gehangelt habe, gings sofort los mit Erwärmung und dem ersten Ziehen in den Beinmuskeln. Die Übungen haben es durchaus in sich und beanspruchen gleichermaßen Bauch, Beine, Po und Arme. Der Trainer konnte mich motivieren, gab hervorragende Tipps zu Atmung und Haltung und ich beanspruchte genau die Muskeln, für welche die Übungen gedacht sind. Die ‚Mini-Spiele‘ wie Basketball-Körbe werfen oder Fahren auf einem Mountain-Bike ließen mich die Anstrengungen halb vergessen.

Im Vergleich zu Wii Fit hat es eindeutig weniger Spaß- und Spielcharakter, jedoch den großen Vorteil, dass es schwieriger ist, zu schummeln. Da Wii Fit nur mit der Fernbedienung arbeitet, kann nur schwer kontrolliert werden, ob man tatsächlich die korrekten Bewegungen ausführt. Anstatt zu joggen, könnte ich auch einfach im korrekten Rhytmus die Fernbedienung schütteln. Bei active2 dagegen ist es schon schwieriger, das System auszutricksen, trägt man doch einen Pulsmesser, zwei Bewegungssensoren und ab und zu auch die Fernbedienung. Die Wiederholungen zu Übungen werden nur gewertet, wenn man sie genau so ausführt, wie der Trainer. Durch die langsamere Ausführung wird gesorgt, dass man sich nicht nur von Übung zu Übung durchhastet, sondern genau die entsprechenden Muskelpartien beansprucht. Aufgrund einer Armverletzung konnte ich manche Übungen, wie etwa Planking oder Übungen mit dem mitgelieferten Terraband (dass wie ich fürchte, nicht lang im ganzen bleiben wird) nur schwer ausführen. Der Trainer nervte mich so lang damit, bis ich annähernd die Übung machte, auf welche die Sensoren programmiert waren. Schummeln ist also schwierig, aber möglich. Wer sich jedoch durch ein Fitness-Spiel schummelt, sollte vielleicht noch einmal über seine Investition nachdenken. 😉

Ein großer Vorteil ist, dass man die Wii Fernbedienung fast gar nicht benötigt, wodurch man die Hände frei hat und sich komplett auf den eigenen Körper konzentrieren kann. Auch das lästige Kabel des Nunchuks, welches mir bei Wii Fit immer auf den Geist ging und die Bewegungsfreiheit einschränkte , fällt aufgrund der kabellosen Bewegungserfassung weg. Wer außerdem ein Balance Board zuhause hat, kann auch dieses in einige Übungen integrieren. Apropos Übungen: Man erhält zu Beginn einen Trainingsplan über einen längeren Zeitraum. Je nach Intensität, beispielsweise 4 von 7 Tagen muss man ein Workout absolvieren, dass man im Notfall auch nachholen kann. Je nach persönlicher Zielsetzung kann man sich entweder selbst etwas zusammen stellen oder ein fertiges Workout von etwa 20 Minuten vornehmen. Diese bestehen immer aus einleitender Erwärmung, Cardio und Muskeltraining und einem Cooldown mit Stretching. Es gibt viele Möglichkeiten individuelle Trainigspläne zu erstellen. Beim Abbrechen einer Einheit bekommt man keine Bestnoten – was dem ganzen wieder einen gewissen Spielcharakter verleiht. Präsentation und Grafik sind nicht der Hit und die Schrift recht klein, aber das Sportprogramm ist gut durchdacht und bringt einen – wenn richtig ausgeführt – ordentlich zum Schwitzen und den Puls nach oben.

Active2 – wie jedes andere Fitnessprogramm auch – kann den professionellen Trainer oder eine Studio-Mitgliedschaft nicht ersetzen. Wenn man aber einfach etwas Antrieb brauch, um mal den Popo von der Couch zu bekommen, ohne jedoch die Wohnung zu verlassen oder auf Öffnungszeiten angewiesen zu sein, hat man für ein Ganzkörper-Training für Einsteiger und auch Fortgeschrittene mit active2 eine gute Wahl getroffen.

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Ps.: Im Übrigen ist auch seit heute noch Zumba für die Wii zu mir unterwegs. Wenn ich guter Dinge bin, könnt ihr euch vielleicht auf ein spaßiges Video mit einer tanzenden Tex zu heißen Rhythmen freuen.

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