amazon-buttonPaddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman.

  • Autor: Jeremy Massey
  • Titel: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1219 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 273 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3570585557
  • Verlag: carl’s books (19. September 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch

Rezension: 

Als Bestatter hast du ein Fels zu sein: ein Fels, der Sinn stiftet in einer Zeit der Verwirrung; ein Fels, auf den man bauen kann in einer Zeit der Verlassenheit; ein Fels, der mitfühlt, versteht und Schutz gewährt. Aber immer aus der Distanz.

Leider lässt Paddy Buckley diesen Grundsatz außer Acht, als er nicht nur mit einer Trauernden sexuelle Kontakte pflegt, sondern diese dann auch noch für deren Tochter bestatten muss. Mit diesem irischen Humor und skuriler Situationskomik zieht sich das Thema Tod zu gleichen Teilen ernst und leichtfüßig durch den Erlebnisbericht der letzten vier Tage unseres Protagonisten.

Der Autor Jeremy Massey selbst leitet nun schon in dritter Generation ein Bestattungsunternehmen in Dublin. Damit wird auch klar, wieso die Abläufe und Gebräuche nach einem Tod so routiniert dargestellt sind, ist es für den Autor selbst doch tägliche Routine. Er beschreibt dies so pietätvoll und matter-of-fact, dass für mich als Leser eher Einblick in einen interessanten Job gegeben wird, statt in einen unschönen und makaberen Abschluss eines jeden Lebens. Mit viel schwarzem Humor und irischen Witz schafft es Massey, diesem traurigen Thema eine heitere Note zu verleihen.

Die Figuren waren liebevoll ausgearbeitet und der Antagonist ein knallharter Widersacher. Trotzdem wollte sich bei mir nicht so richtig der Zugang zu Paddy erschließen. Das mag daran liegen, dass er im Allgemeinen sehr distanziert von seiner Umwelt lebt. Doch auch durch seine inneren Monologe und Gedanken an seine verstorbene Frau oder Eltern schien mir Paddy nicht so richtig näher zu kommen. Die Handlung kam ab dem fatalen Unfall ordentlich in Schwung und nahm den Leser dafür so richtig in das Abenteuer mit. Massey schafft es, unglaublich viel Handlung in die vier Tage zu pressen, ohne Hektik aufkommen zu lassen. Das letzte Kapitel wollte mir dann nur nicht mehr so richtig in die Geschichte passen, bin ich doch ein Freund von offenen Enden und hätte mir gern selber meinen Teil zur Auflösung gedacht.

Wer sich für einen heiter makaberen Dublinroman mit einer Verkettung unglücklicher Umstände begeistern kann, wird mit den letzten Tagen im Leben des Bestatters Paddy Buckley viel Spaß haben.

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