Ich melde mich aus der Vergangenheit – quasi als meine eigene Urlaubsvertretung – heute zum Sonntags-Song. Diesem toll animierten Video liegen heute gleich zwei passende Themen zugrunde.

Zum einen war ich nämlich im Kino zu Nerve. Die Scream-Queen Emma Roberts spielt dabei die kluge, aber verklemmte Vee, die sich dazu provozieren lässt, an einem Internet-Spiel aus dem Dark Net teilzunehmen. Sie muss als Spieler Mutproben bestehen, welche sich die Zuschauer ausdenken. Diese beginnen recht unschuldig, steigern sich aber mit der Hysterie für das Spiel in immer gefährlichere Aufgaben hinein, die sogar schon im Tod endeten. Der Film ist nicht der Beste, den ich je gesehen habe, stimmt in seinem Thema aber nachdenklich und erinnert mich an Untraceable (2008), in dem die Frage nach Schuldigkeit in einer ähnlichen Form aufkommt.

Kommen wir zu Thema Nummer 2: Vor ein paar Tagen saß ich über einem Kürbissüppchen in der Mensa und unterhielt mich mit einem Medieninformatiker und einer angehenden Webdesignerin über das Verhältnis von Design und gutem Content, dem Entwickeln einer eigenen Marke und dem Finden einer Nische. Grund dieser Diskussion war die Web Strategy Pyramid von Jason Schubring (2010). Grunderkenntnis von Schubring war, dass jede erfolgreiche Seite auf gutem Content aufbaut. Da stellt sich mir persönlich als Blogger die Frage: Was ist denn bei einem privaten Blog überhaupt guter Content? Eine gute Rechtschreibung und halbwegs ersichtliche Grammatik vorausgesetzt, kann ein Blogger ja an sich schreiben, was er will, solange er seine Follower bei der Stange hält. Aber was hält euch, meine lieben Leser, bei der Stange? Ich nähere mich nämlich langsam der magischen 100-Follower-Marke und habe keine Ahnung, was ich richtig mache. Und diesen Satz sage ich nicht aus Stolz, oder weil ich mich bestätigt fühlen will, sondern aus ernsthaftem Interesse. Was zieht euch zu speziellen Blogs hin? Ich selbst purzel oftmals über Blogs, bei denen ich denke ‚Och hier is schön, hier bleib ich‘. Und das liegt oftmals nicht am Layout, sondern an der besonderen Art, wie sich ein Blogger präsentiert und wie er mit seinen Worten jonglieren kann. Da mag das Blogspot-Standard Template noch so kitschig mit Glitzergifs daher kommen, aber ich bleibe treuer Leser, wenn ich regelmäßig mit qualitativ hochwertigen Beiträgen unterhalten werde. Und ‚hochwertig‘ heißt für mich vor allem, einen neuen Denkansatz in Themen zu erhalten, mir Unbekanntes zu erfahren und ab und zu über Anekdoten aus dem Leben zu schmunzeln. Also tatsächlich Content vor Usability. Fühlen sie sich bestätigt, Herr Schubring?

Ich schreib jedenfalls weiterhin, wie mir die Nase gewachsen ist. Scheint ja nicht nur mir, sondern auch euch Spaß zu machen.

Advertisements