Ist es Mad Monday? Ist es Gründonnerstag?

NEIN! Es ist Story-Samstag. 

Und gleich zu Beginn muss ich mich wieder begeistert über die Beiträge zu meiner letzten kleinen Aufgabe äußern. Die Bildinterpretation hat euch anscheinend beflügelt! Wer die fantastischen Beiträge noch nicht gesehen hat, möge doch bitte folgende Links klicken und sich selber eine Meinung bilden:

In dieser künstlerischen Exkursion wurdet ihr ja doch recht eingeschränkt. Deswegen könnt ihr euch nun für zwei Wochen überlegen, über was für einen Schlüssel ihr berichten möchtet. Über eure vermaledeiten Haustürschlüssel vielleicht, die ihr immer sucht? Vielleicht haltet ihr ja auch den Schlüssel in eine magische Welt in euren Händen? Ein Schlüssel zum Geld; ja die Schlüssel in ein Verließ in Gringotts sogar? Den Schlüssel zu jemandes Herzen? Den Schlüssel zum Glück? Oder gar den Schlüssel auf die Frage zum Sinn des Lebens, dem Universum und den ganzen Rest? Ich lasse mich überraschen, welche Tore ihr mir öffnet und freue mich jetzt schon auf die gelüfteten Geheimnisse.


Ich jedenfalls erzähle euch von dem Schlüssel, der mich die ganze Woche über beschäftigt hat und mich fast in den Wahnsinn trieb. Dabei ist dieser Schlüssel nur ein ganz kleines Ding: flach und silberfarben, nicht mal vier Zentimeter groß, vier Zacken am Bart mit Loch für den Schlüsselring.

Auf der Suche nach einem kleinen Plastikkrönchen – welches an anderer Stelle vielleicht auch mal eine Glosse verdient – ramschte ich in der Schublade unkategorisierbarer Dinge. Jeder kennt und hat vermutlich ebenfalls eine dieser Schubladen. In ihr landen Dinge, die sonst in keiner anderen Schublade eine Heimat finden, welche man nur selten oder auch nie braucht, die aber zu wertvoll oder zu praktisch sind, als das man sie wegschmeißen könnte: etwa Gummiringe, eine Taschenlampe, zwei Batterien, kleine Koffervorhängeschlösser, eine Nagelschere, der erste Milchzahn, mindestens drei IKEA Imbus-Schlüssel sowie Ohrringe, von denen man hofft, dass der zweite vielleicht mal wieder auftaucht. In eben dieser Schublade fand ich zwar leider nicht mein Krönchen, aber den nicht zuzuordnenden Schlüssel.

Normalerweise habe ich all meine Schlüssel in ordentlicher Manier an meinem Schlüsselbrett hängen. Der erste Hänger ist dabei meinem Schlüsselbund reserviert, an dem beim Verlassen der Wohnung die wichtigsten Schlüssel ab und beim Betreten wieder heran gehangen werden. Daneben die Schlüssel fürs Auto, für den Keller und den Dachboden, für Fahrradschloss und Schrebergarten. Meine Schlüssel und ich leben in einer friedlichen Diktatur, in der es bisher noch kein Schlüssel gewagt hat, aus der Reihe zu tanzen. Als Jugendliche verlor ich mal bei einer Party – bei der nicht unerheblich viel Alkohol floß – den Haustürschlüssel zum elterlichen Domizil. Nach einer Nacht im Garten und einer Standpauke wird man in diesen formbaren Jahren anscheinend etwas schrullig, was Schlüssel angeht. Deswegen war mir dieser ominöse kleine Silberschlüssel mehr als suspekt.

Ich ging mit Logik an die Sache heran und etablierte per Ausschlussverfahren erst einmal, um welchen Schlüssel es sich NICHT handeln konnte: zu klein für eine Tür, zu groß für ein Tagebuch, zu modern für den alten Sekretär, zu grobzahnig für die Schmuckschatulle, zu kleinzahnig zum Aufziehen der Pendeluhr. Also probierte ich die wenig verbleibenden Möglichkeiten. Und wurde immer wieder aufs Neue enttäuscht.

Jedes mal, wenn der ungelöste Fall des Schlüsselmysteriums diese Woche an mir nagte, streifte ich durch meine Wohnung auf der Suche nach Antworten. Nicht nur die Antwort, was dieser verfluchte Schlüssel denn nun aufschließt, sondern auch jene, wo mein kleines Krönchen ist, wird mir wohl noch verborgen bleiben, bis sie sich mir durch Zufall oder Mitleid irgendwann vielleicht doch offenbart.


Was ist der Story-Samstag? storysamstagDer Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Ich gebe ein kleines Thema vor. Und du hast die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren.




Du möchtest am Story-Samstag teilnehmen? Dann verlinke hier doch einfach deinen Beitrag über den blauen Button mit dem Frosch per Formular oder hinterlasse einen Pingback. Gern darfst du das Story-Samstag Logo in deinen Beitrag einbinden. Du hast für den Beitrag zwei Wochen Zeit.
Die Reaktionen auf die gegebenen Aufgaben sind so kreativ wie tiefgründig: Also durchklicken und die Interpretationen der talentierten Schreiberlinge lesen!

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