Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Puh, gerade noch so den Montag erwischt. Ich war dieses Wochenende unterwegs und habe es erst eben wieder an meinen heimischen Computer geschafft. Und nur um euch, meinen lieben Wühlmäusen im Heuhaufen des Internets, nicht in der traditionellen montägigen Beantwortung der Montagsfrage vom Buchfresserchen zu enttäuschen, habe ich diese Kiste natürlich noch einmal angeschmissen. Danach werde ich vermutlich ohnmächtig ins Bett fallen und einen Dornröschenschlaf halten. Kommen wir also gleich zum Punkt:

Ja, es gibt durchaus Antagonisten, die ich den Protagonisten vorziehe. Ich bin ein großer Fan von Mördern, die aus gutem Grund töten. Ich finde es immer etwas schade, wenn der Herr Kriminaloberkommissar die Femme fatale zum Schluss doch erwischt, die eigentlich nur ihren Vergewaltiger um die Ecke gebracht hat. Ich meine, klar: cooles Motiv, trotzdem Mord. Aber kann man bei gewissen Mordopfern, die den Tod aufgrund ihrer menschenverachtenden Taten wirklich verdienen, nicht einfach die Suche nach dem Racheengel aufgeben? Leider kommt mein übermüdetes Gehirn grade partout nicht auf den Autor, der oftmals eine mordende Femme Fatales als Protagonistin schreibt. Mordende Frauen sind mir sowieso immer recht sympathisch. Was das wohl über meine eigene eventuell tief schlummernde Mordlust aussagt?

Außerdem gibt es Bücher, deren Antagonist einfach so gut geschrieben ist, dass sie mir neben dem Protagonisten einfach ebenfalls ans Herz wachsen – auch als Bösewicht. Severus Snape zum Beispiel, John Silver aus der Schatzinsel, Dracula, Ian Flemmings Blowfield aus den James Bond Büchern, Hannibal Lecter oder Moriarty. Ich mag intelligente Bösewichte, die dem Helden ordentlich Paroli bieten, ohne irgendwelchen Clichés zu entsprechen. Denn nur durch einen überragenden Antagonisten können die Helden der Geschichte überhaupt glänzen.

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