Logbucheintrag:

Sternzeit: -306307.60473588336. 

Habe festgestellt, dass schon wieder Samstag ist. Bin mit letztem Projekt sehr zufrieden (siehe Logeintrag 93). 4 Pingbacks bestätigten erfolgreiche Teilnahme. Codename: Lions & witches, MeinNameSeiMama, Zeilenende, Wortgeflumselkritzelkram.

Habe schon neue Aufgabe für meine Crew bereit: Bildinterpretation. (siehe Anhang)

Sonst nichts Neues zu verzeichnen. Nur Asteroiden, Leere und nicht bewohnbare Zwergplaneten ohne intelligentes Leben. Geh jetzt was essen. Ich hoffe, heute gibt’s nicht schon wieder diesen Fraß aus der Dose.

Meld mich wieder. Captain Tex.

Window von Dmitry Bogoljubov

Beitrag von Captain Tex
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Ich weiß nicht genau, warum ich aus meinem Schlaf geweckt wurde. Vielleicht war es der plötzliche Lichteinfall in ein Fenster, dass normalerweise nur für einen kurzen Blick nach draußen diente, nicht jedoch als Einlass natürlicher Lichtquellen. Neugierig blickte ich aus dem Fenster und sah einen blauen Planeten. Beeindruckt starrte ich mit offenem Mund aus dem Fenster. Sicher sah ich leicht dümmlich aus, aber ich war erst neun Jahre alt und wirkte im Allgemeinen noch nicht besonders schlau. Höchstens neunmalklug. Als ich meine erste Verwunderung überwunden hatte, sprang ich aus meinem Bett, rannte aus meiner Schlafkabine und suchte meinen Vater auf der Brücke auf, den ich in seiner Aufgabe als Kommunikationsoffizier dort vermutete. Dieser stand in einer Gruppe anderer Crewmitglieder, die ebenfalls auf dem großen Bildschirm den blauen Planeten betrachteten. Einige schienen in ausgelassener Stimmung, andere sahen nervös aus. Die diensthabenden Offiziere lasen angestrengt von ihren Kontrollmonitoren ab. „Papa, was ist das für ein Planet?“ Mein Vater lächelte milde, mit einem seltsamen Glänzen in den Augen und hob mich auf seinen Arm, wie er es lange nicht mehr getan hatte. „Das ist Urantia 17 punkt 5“, erklärte er mir halblaut. „Erinnerst du dich an die alten Geschichten, die ich dir immer von deinem Ururgroßvater erzählt habe? Über einen Planeten, auf dem es sowohl Wüsten, als auch Eisgebiete gibt? Wo das Wasser sowohl süß als auch salzig schmeckt und einfach so aus Bergen heraus kommt?“ „Du meinst, mit diesen komischen Wesen, Gigaffen und Efeufanten mit langen Hälsen und Nasen? Aber Papa, das sind doch nur Märchen“, klärte ich ihn auf. „Ozonschicht stabil!“ rief ein Crewmitglied aufgeregt. Gemurmel ging durch die Menge. „Zumindest ist es so lang her, dass es schon gar nicht mehr wahr ist,“ meinte mein Vater abwesend. „Aber es gibt viele Beweise und Überlieferungen. Von einem Planeten namens Erde, der uns als Lebensform hervor brachte, den wir jedoch erst in Unwissenheit zerstörten, dann kläglich vernachlässigten und zum Schluss aus Desinteresse und Resignation seinem traurigen Schicksal überließen. Die menschliche Rasse baute diesen Raumdampfer und fuhr einfach davon, in der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden.“ „Leben und Land entdeckt! Atmosphäre besteht aus der richtigen Kombination Wasserdampf, Stick- und Sauerstoff. Besiedlung wieder möglich, ich wiederhole: Besiedlung wieder möglich!“ Tosender Applaus brach aus. Ich habe meinen Vater noch nie vor Freude weinen sehen. „Wir kehren heim!“rief er und warf mich mit einem strahlenden Lächeln in die Luft.

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