• Autor: Geneva Lee
  • Titel: Royal Passion
  • Originaltitel: Command Me (Royals Saga 1)
  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734102839
  • ISBN-13: 978-3734102837
  • Genre: Erotik / Belletristik/ Liebesroman

amazon-buttonZusammenfassung (lt. Amazon): Auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University trifft Clara Bishop auf einen attraktiven Fremden. Ohne Vorwarnung zieht er sie an sich, küsst sie leidenschaftlich und verschwindet. Clara hat keine Ahnung, wer der Unbekannte ist – bis ein Bild von ihnen beiden in der Zeitung auftaucht: Ihr heißer Flirt ist Prinz Alexander von Cambridge, Thronfolger von England, königlicher Bad Boy …
Dieser Mann ist gefährlich, in ihm lauern Abgründe, die Clara ins Verderben stürzen können. Ist Clara dieser magischen Anziehungskraft gewachsen?

Rezension:

Dieses Buch bitte vor Kindern und anspruchsvolleren Lesern unzugänglich aufbewahren

„Es gefällt mir, Frauen dazu zu bringen, um mehr zu betteln. Es gefällt mir, sie zum Stöhnen und zum Schreien zu bringen.“

Royal Passion gehört zu einem dieser Bücher, die überall sind und um die man anscheinend nicht drum herum kommt. Ähnlich wie Shades of Gray schlich es sich zunächst einmal in verschiedene Facebook-Büchergruppen, dann auf die Leseliste von Bekannten und plötzlich landete es auf der Bestseller-Liste. Ich habe lang versucht, dem Phänomen ‚Plötzlich Prinzessin Sexsklavin eines Prinzen‘ auszuweichen und bin nun leider doch meiner Neugierde erlegen.

Die deutsche Aufmachung ist mit Krönchen und Silbercover richtig hübsch gemacht und wahrscheinlich auch für jüngere Mädchen ansprechend. Zudem begrüßt die Widmung unschuldig: „Für alle Mädchen, die ein neues Märchen brauchen.“ Bitte was? Von der britischen Aufmachung, in der zwei lange Beine in Netzstrumpfhosen und High Heels stecken meilenweit entfernt. Welch Hinterlist! Bewerte nie ein Buch nach seinem Äußeren, denn hier wird ein ganz falsches Bild vermittelt.

In diesem optisch hübsch aufgemachten Groschenroman versteckt sich die Geschichte einer jungen Frau, die plötzlich die ‚große Liebe‘ kennen lernt; die typische ‚reicher Typ mit dunkler Vergangenheit trifft auf unschuldiges, sexy Mädchen‚ Geschichte.  Die Zuneigung zwischen Clara und Prinz Pseudo-BadBoy Alexander scheint jedoch nur auf körperlicher, statt emotionaler Ebene statt zu finden. Ich habe prinzipiell überhaupt nichts gegen gute Sexszenen, vorausgesetzt sie sind gut geschrieben, erotisch, anatomisch machbar und gut in die Handlung eingearbeitet. Wie bei Original Sinners von Tiffany Reisz zum Beispiel. Hier leider Fehlanzeige:  Nach dem dritten ‚Fick‘, bei dem der königliche ‚Ständer‘ noch immer nicht der menschlichen Biologie erlag, konnte ich bei dieser übernatürlichen Stamina nur noch mit den Augen rollen. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft die Wörter ‚Clitoris‘, ‚feucht‘ und ‚ficken‘ Erwähnung fanden. Meiner Meinung nach waren die Sexszenen nur mittelmäßig bis unbefriedigend.

Ach ja: zwischendrin gab es immer mal ein bisschen Handlung. Man sollte meinen, wenn ein Thronprinz plötzlich eine neue Frau anschleppt, könnten einige Konfliktsituationen entstehen. Ein Medientumult wurde zwar angerissen, aber was ist mit möglichen Etiquette-Verletzungen, wenn man plötzlich einem Monarchen gegenüber steht? Was ist mit Security-Protokollen, königlichen Pflichten und der großen Kontroverse ‚Bürgerliche und Adelige‘? Lee wiegelte diese Themen innerhalb weniger Sätze und kurzen Konversationen ab. Lieber hätte ich einen tieferen Einblick in die Problematik ‚Prinz trifft Bürgerliche‘ bekommen, statt in Claras Ausschnitt.

Die Charaktere waren enttäuschend. Für eine junge Frau, die an einer Elite-Universität als eine der Klassenbesten abgeschlossen hat, schien mir Clara nicht besonders intelligent zu sein. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, dass ihr ganzes Leben in jeder Zeitung des Landes verfügbar ist, scheint es ihr erst einmal eine Priorität zu sein, die richtige Unterwäsche zu finden, mit der sie ihren neuen Mann beeindrucken kann. Auch ihre Hintergrundgeschichte schien mir unglücklich hinein gebastelt. Bei Prinz Alexander musste ich oftmals auf das Cover schauen um mich darin zu bestätigen, dass ich nicht doch Shades of Gray in der Hand hielt, so auffällig waren die Parallelen.

Ich habe keine Ahnung, wie es tatsächlich weiter geht. Ich vermute jedoch einmal, dass es im zweiten Teil wieder zu einer Annäherung kommt und im dritten eine royale Hochzeit bevor steht. Wieso sollte ich mir bitte 3 Bücher kaufen, obwohl ich das Ende jetzt schon kenne? Etwas weniger Bett- und dafür mehr Denksport hätten diesem Buch gut getan.

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