• Autor: Stephen King
  • Titel: Finderlohn
  • Originaltitel: Finders Keepers
  • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270096
  • ISBN-13: 978-3453270091
  • Genre: Krimi / Thriller

 

Zusammenfassung:amazon-buttonJohn Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Scheiß auf den Scheiß.

Rezension: 

Die guten Nachrichten: Es war nicht so schlecht wie Mr. Mercedes, der erste Teil der Reihe um Bill Hodges.
Die schlechten: Es kristalisiert sich heraus, dass der Meister des Horrors Stephen King wohl doch besser beim Horror bleiben sollte. Kriminalromane scheinen einfach nicht sein Metier.

Stephen King hat mit Finderlohn und der Figur des Morris Bellamy vermutlich seinen eigenen schlimmsten Albtraum erschaffen. Ich frage mich, ob er vielleicht mit diesem wütenden Fan, der seine Lieblingsromanfigur vom Autor schlecht behandelt fühlt, etwas autobiographisches verarbeitet. Finderlohn reiht sich zumindest für mich in die Riege der Bücher über Bücher ein, die den Leser über sein eigenes Verhalten reflektieren lassen. King schreibt versteckt in einen mehr oder weniger originellen Plot über die Liebe zum Lesen.

Die erste Hälfte kommt sehr gut ohne den Helden Bill Hodges aus, denn sie dreht sich hauptsächlich um die Vorgeschichte der Läufer-Bücher  und die zentralen Figuren. In der zweiten Hälfte, in der Bill Hodges dann doch einmal agiert, empfand ich ihn als unnötige Nebenfigur. Er war in seiner Rolle als Ermittler weder besonders hilfreich, noch wäre sein Eingreifen in die Handlung besonders relevant gewesen. Zwei eingeschobene, vom eigentlichen Plot unabhängige Szenen waren die einzigen Indizien, die vermuten, dass Hodges wohl noch ein dritter Fall gewidmet wird. Die beiden Geschichten von Morris und Pete hätten jedoch sehr gut auch ohne Hodges zu ihrer finalen Verschmelzung kommen können. King jedoch schien den Detective zwanghaft hinein zu schreiben, da zu einer Kriminalgeschichte nun mal ein Detektiv gehört.

Die Geschichte um Morris und Pete jedoch verdienen eine lobende Erwähnung. Morris ist ein Bösewicht, der sowohl mit logischem Handeln als auch emotionaler Tiefe besticht. Pete fungiert dabei als sein jüngeres Spiegelbild und zeigt auf, was aus dem Menschen Morris hätte werden können, wenn er andere Wege eingeschlagen hätte.

Ein kurzes Wort zur Übersetzung: Der Titel wurde hier doch mehr als unglücklich gewählt. Das Englische ‚Finders Keepers‘,  – Wer’s findet, darf’s behalten – ist sicherlich schwer in einen peppigen Titel zu übersetzen. Das Wort Finderlohn jedoch ist äußerst ungünstig gewählt. Dürfte ich für die nächste Überarbeitung ‚Lohnender Fund‘ vorschlagen?

Obwohl Finderlohn eine lesenswerte Lektüre darstellt, ist es doch kein Werk, dass sich an Qualität neben den anderen Werken von King einreihen könnte. Mein Fazit: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

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