Ein Blick zurück – wie bist du zum Bücherwurm geworden?

Das Buchfresserchen fragte heute nach den Anfängen. Nach meiner Origin-Story, quasi. Die ist bei mir relativ unspektakulär und – wie ich bei anderen bereits gelesen habe – wohl weder besonders originell, noch außergewöhnlich. Wie viele wurde auch ich ‚zum Lesen erzogen‘, und ja, auch bei mir war es meine Mutter, die maßgeblich zu meiner Lesebegeisterung beigetragen hat.

Schon als ich noch ein kleiner Zwerg war und kaum krabbeln oder brabbeln konnte, haben sich meine Mama und auch meine (Ur-)Großmütter die Zeit genommen, mir viele Geschichten vorzulesen. Mein Lieblingsbuch war wohl der `Struwwelpeter` und eine Geschichte über eine Teddybären-Familie, die im Wald von Gemüse und Honig lebte. Fragt mich nicht, warum diese Teddybären im Wald lebten. Oder wie Plüschtiere Möhren verzehren können. Die Handlung muss wohl spannend gewesen sein, wenn ich über diese offensichtlichen Logikfehler hinweg gesehen habe. Ich war nämlich als Kind schon sehr anspruchsvoll und habe Bullshit durchschaut. Behauptet zumindest meine Mutter. Zum Beispiel habe ich wohl Piggeldy und Frederick abgelehnt, weil Schweine eigentlich nicht sprechen können. Antropomorphe Gestalten erlaubte ich anscheinend nur in Disney-Filmen.

Das mit dem selber lesen lernte ich dann relativ schnell. Da es im elterlichen Haus und auch bei meinen Großeltern überall von Büchern wimmelte, konnte man sich dem auch nur schwer entziehen. Da ich in meiner Nachbarschaft das einzige Mädchen in meiner Altersgruppe war und keine Lust hatte, für die Jungs immer nur im Tor zu stehen, habe ich mir relativ schnell das Lesen zum Hobby erkoren. Als ich mit 11 Jahren dann einen eigenen Bibliotheksausweis und damit unbegrenzten Zugang zu neuer, noch unerforschter Literatur hatte, konnte man mich und meine Mutter meist in trauter Zweisamkeit und Stille mit Tee und Schokolade lesend auf dem Sofa vorfinden.

Advertisements