Es ist etwas still geworden um meine Gesundheitsziele. Ich möchte euch jedoch versichern, dass ich immer noch fleißig Sport mache und mich sechs Tage in der Woche vegetarisch ernähre. Ich würde fast von veganer Ernährung sprechen, aber ich liebe nun mal meine Pellkartoffeln mit Quark und ab und zu einen guten Milchkaffee.

Die Evolution hat den Menschen als Läufer vorgesehen, habe ich mal gelesen. Das liegt zum einen daran, dass wir von Mutter Natur mit dem aufrechten Gang und zwei Beinen ausgestattet wurden. Zum anderen haben wir durch die Gänge in unserem Innenohr einen phänomenalen Gleichgewichtssinn, der sich schnell an Lageveränderungen anpassen kann. Der ist bei dem einen zugegebenermaßen besser, bei einem Tolpatsch wie mir wohl eher weniger gut ausgeprägt, aber er ist immer noch besser, als der von Schimpansen.

Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft. (Emil Zátopek)

Ich trainiere im Moment fleißig in meinen Laufschuhen, denn Anfang September steht für mich und ein paar meiner Kollegen der Firmenlauf über etwa 5 Kilometer an. Ich bin ganz stolz, dass ich in doch recht kurzer Zeit wieder halbwegs fit bin, um mich dieser Herausforderung zu stellen. Anfang diesen Jahres hätte ich das eigentlich noch nicht für Möglich gehalten. Vor allem nicht, wenn ein etwa 80jähriger mit Rauschebart mich in meiner ersten Trainingswoche schon das dritte mal überholt, während ich mühsam versuche, in maßvollem Tempo meinen kurzen Dauerlauf durchzuhalten.

Es ist beeindruckend, wen man im Park so herum laufen sieht. Natürlich sind da die professionellen Läufer, die man entweder an der Thermo-Laufkleidung mit Reflektoren von Runnerspoint und Decathlon erkennt, oder an den stolz getragenen Shirts mit Marathon-Schriftzug. Darunter befindet sich auch der oben erwähnte joggende Dumbledore, der so ziemlich alle anderen Läufer in den Schatten stellt. Hashtag Lifegoal.

Auch oft von mir erspäht sind Läuferpärchen: jene Menschen, die sich das Workout angenehm gestalten, indem sie quatschend zu zweit ihre Runden drehen. Tolle Sache! Ich finde es gut, dass sich die Laufpartner gegenseitig zum Sport animieren können.Ich sehe manchmal auch sehr ungleiche Paare, wie etwa die vitale Tochter mit der untrainierten Mama. Oder der Freund mit Adoniskörper in Begleitung seiner dürren Freundin, die zwar aussehen mag, wie ein Supermodell, aber schon nach fünf Minuten keucht und um eine Pause bettelt. Manchmal frage ich mich dann, ob diese Laufpartnerschaft wohl eher unfreiwillig entstanden ist.

Dann gibt es da die ‚Nordischgeher‘, Damengrüppchen mit Nordic Walking Stöcken, denen ich immer großzügig ausweiche, da manche von ihnen doch recht wild gestikulierend ihre Stöcke zur Unterstreichung eines Arguments nutzen. Achtung auch bei den joggenden Herrchen, die ihre Hunde mit einer raffinierten Gürtelkonstruktion Gassi führen. Treffen zwei, respektive vier dieser Artgenossen aufeinander, ist es schlau, das Tempo zu drosseln oder kurz auf die Wiese auszuweichen. Ansonsten schwebt man Gefahr, dass sich die Beine in den kreuzenden Hundeleinen verkeilen. Und dann wäre da seit neustem noch die Kategorie Jäger und Sammler. Mittlerweile weiß ich, wo sich auf meiner Laufstrecke die drei Pokéstops und die gelbe Arena befinden. Hier gebe ich dann besonders acht, dass ich nicht in einen abgelenkten Trainer pralle.

Und wie ich so meine Runden durch den Park drehe, wird mir klar, dass diese 5km für einige vielleicht unüberwindbar erscheinen, aber eigentlich für jeden machbar ist, der etwas Willen zeigt. Sollte jemand Interesse äußern, berichte ich gern einmal über meine Lauftipps und Trainingspläne. Hier in Kurzfassung meine tägliche Ausrüstung im Läuferdschungel:

  • mein Smartphone für Lauftracking und Audiountermalung
  • die richtigen Laufschuhe
  • ein guter Sport-BH, Ladies!
  • passende Kleidung nach Wetterlage

Mehr gehört wirklich nicht dazu. Außer ein offenes Auge für unberechenbare Pokémon-Trainer und ein eventuell im Weg stehendes Relaxo.

 

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