• Autor: Luis Sellano
  • Titel: Portugisisches Erbe – Ein Lissabon-Krimi
  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419448
  • ISBN-13: 978-3453419445
  • Genre: Krimi

Gleich kaufen!Klappentext: Henrik Falkner weiß kaum, wie ihm geschieht, als er die malerischen Altstadtgassen von Lissabon betritt. Der ehemalige Polizist soll ein geheimnisvolles Erbe antreten: Sein Onkel hat ihm ein Haus samt Antiquitätengeschäft vermacht. Während Henrik mehr und mehr in den Bann der pulsierenden Stadt am Tejo gerät, entdeckt er, dass sein Onkel offenbar über Jahre hinweg Gegenstände gesammelt hat, die mit ungelösten Verbrechen in Verbindung stehen. Und kaum hat Henrik seine ersten Pastéis de Nata genossen, versucht man, ihn umzubringen. Henrik stürzt sich in einen Fall, der sein Leben verändern wird.

Review: 

„Demnach war er allein, als er den Herzinfarkt bekam.“

„Herzinfarkt“, wiederholte Catia abfällig.[…] „Er ist nicht einfach so gestorben. Martin war kerngesund.“
„Was meinen Sie damit?“[…]
„Das mit dem Herzinfarkt, das glaubt hier keiner.“

Kaum ist der Polizist a.D. Henrik Falkner in Lissabon und erfährt von seiner Erbschaft, stellen sich ihm schon erste Rätsel in den Weg. Zum einen ist da die avantgardistische Ansammlung Mieter, die anscheinend nur selten die doch so notwendige Miete zahlen. Dann ist da ein unter Druck stehender Immobilienhai, der es auf sein gerade erworbenes Erbe abgesehen hat. Und wer ist dieser Mann in Sonnenbrille, der ihm ständig aufzulauern scheint? So interessant die Nebencharaktere auch erscheinen, stehen sie leider immer etwas im Schatten. Dagegen erfährt man im Verlauf allerdings so einiges über den Protagonisten. Gelegentlich wird der Einblick in sein Gefühlsleben mir sogar etwas zu intim und lenkte von der eigentlichen Handlung ab. Schnell wird klar, dass sich dieser unerwartete Portugal-Besuch als Segen für Henriks malträtierte Seele entpuppt. Das Abenteuer macht ihn menschlich: seine mangelnden Sprachkenntnisse, nur durchschnittliche Fitness, sowie seine Überforderung angesichts der Situation machen ihn sympathisch und glaubwürdig.

Dieser Krimi lebt von seinem Schauplatz. Man merkt, dass der Autor in dieser Stadt sein Herz gelassen hat. In anschaulichen Bildern beschreibt Sellano die Gassen und Plätze von Lissabon und schafft es, dieses Flair aus multikulturellem Stadtleben einzufangen, durch dass sich die Touristenmassen wühlen. Während ich diese Ortskundigkeit bei Donna Leons Brunetti-Reihe genieße, weil ich Venedig kennen und lieben gelernt habe, konnte ich dieser Schwelgerei hier leider nichts abgewinnen, da mir ein Besuch in Lissabon bisher verweht blieb. Deswegen waren die detaillierten Beschreibungen leider zunehmend anstrengend. Jedoch habe ich große Lust bekommen, selbst einmal im Café a Brasileira einen Mazagrán zu schlürfen und dem Fado zu lauschen.

Aufgrund der vielen Wendungen war es selbst für mich Hobby-Kriminologen spannend, wie die Geschichte nun ausgeht. Die Verflechtung mehrerer ungeklärter Fälle macht es besonders interessant. Relativ schnell wird klar, in welche Richtung sich das Ende des Buches entwickelt. Die vielen ungeklärten Fragen, die Henriks Onkel ihm im Antiquariat hinterlässt, machen mich auf jeden Fall neugierig auf die kommenden Teile.

Er konnte hier etwas aufziehen. Antiquariat und Detektei, auch wenn sich das verdammt nach einem deutschen Fernsehkrimi anhörte.

Mit dem ‚Portugisischem Erbe‘ erwartet den Leser ein spannender Pageturner, der Lust auf Lissabon macht. Da ich mir nie die Tasse nur halb voll schütte, runde ich großzügig auf 4 geschmackvolle Eiskaffees auf.

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