Es kribbelt in den Fingern. Ich spüre, wie sich Worte aus meinem Füller entwinden wollen. Das weiße Blatt Papier ruft hilflos nach seiner Daseinserfüllung und möchte gern mit etwas besonderem gefüllt werden. Mit Abenteuern oder der größten Romanze aller Zeiten. Mit Zauberworten und spritzigen Dialogen. Mit wundervoll beschreibenden Adverben und Adjektiven.

Doch die Inspiration fehlt.

Mein Hirn ist leer. Genau so blank wie mein Blatt Papier.

Schon oft ist es passiert, dass ich Lust aufs Schreiben hatte, doch leider kamen mir partout keine Einfälle. Deswegen finde ich den Mitmach-Blog so toll, weil er wöchentlich ein Thema gibt, von dem man sich inspirieren lassen kann. Einziger Nachteil: Der Blog besteht auf dem System, dass man WordPress-Autor sein muss, um auf den Mitmachblog zu rebloggen. Ich möchte an dieser Stelle auch den Bloggern auf anderen Plattformen die Möglichkeit geben, ihren Input zu teilen.

Deswegen möchte ich gern zusammen mit euch den Story-Samstag ins Leben rufen.

An jedem zweiten Samstag werfe ich euch ab sofort einen Hundeknochen hin. Dies kann eine Überschrift sein, eine Frage, der Beginn einer Geschichte, ein kurzer Dialog, ein Foto oder vielleicht eine Redewendung. Auf dieses kurze Input könnt ihr für zwei Wochen lang frei reagieren. Sei es ein 100-Wort Drabble, ein Haiku, ein selbst erdachter Witz, eine wahre Story aus eurem Leben oder eine Kurzgeschichte – eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen: Unser Gehirn ist ständig dabei, Reize aufzunehmen und zu speichern. Die Anregung der Sinne, beispielsweise durch Farben, Musik, Natureindrücke, Gerüche, Hautkontakte, ist ein Auslöser für die Öffnung unserer inneren Ausdrucksfähigkeit. Durch kreatives Schreiben können wir unsere Eindrücke wieder nach Außen bringen und uns ganz nebenbei in unseren Sprach- und Schreibfähigkeiten weiter entwickeln.

Es geht zudem darum, sich warm zu schreiben und eventuelle Schreibblockaden zu lösen. Bevor Autoren, Blogger, Journalisten, Schüler, Studenten oder Hobby-Dichter das eigentliche Projekt zu Papier bringen, kann es helfen, erst einen kurzen Spontantext zu schreiben. So überwinden Sie Ihre Angst vor der leeren Seite, beginnen zu tippen und finden Ihren Schreibrhythmus. Wenn Sie dann zu Ihrem eigentlichen Text übergehen, fließen die Worte nach dem Warmschreiben leichter.

Nach dieser langen Vorrede möchte ich euch anhand des heutigen Themas auch gleich ein Beispiel bringen. Das Schnipsel für den ersten Story-Samstag ist eine Überschrift und lautet:

Das Monster im Wasser

Hier mein Beitrag:

„Schwimm nicht zu weit weg!“ hatte Mutter mir noch hinterher geschrien. „Und bleib dem Westufer fern, hörst du?!“ Doch nun, wo ich dem Westufer so nah war, verstand ich nicht, wieso es verboten sein sollte, diesen Ort zu besuchen. Es war so friedlich wie in allen anderen Teilen des Fjordes auch, in dem wir jetzt lebten. Als ich noch ein kleiner Kabeljau war, lebte ich nördlich von Norwegen im arktischen Eismeer der Barentssee, wo das Wasser kühler und tiefer war. Ich bog einer Laune folgend links ab, vorbei an einer flachen Felsformation, die beschmückt war mit Seemoos, Muscheln und Tang. Etwas höher trieb eine faule Qualle langsam dahin, deren halbtransparenter Körper gut sichtbar war, da das Licht hell durch das klare Wasser fiel. Plötzlich jedoch verdunkelte sich langsam etwas auf der Wasseroberfläche und ein Dröhnen wurde lauter. Ich wusste nicht, was plötzlich passierte und starrte vorerst gebannt auf das seltsame Schauspiel. Es war wie ein spitzer schwarzer Fels, nur glatt und nicht aus Stein, der senkrecht in Wasser ragte. Es näherte sich mit schnellem Tempo.

Als mir panisch ein Schwarm Dorsche entgegen kam, die schwammen, so schnell es ihnen ihre Flossen ermöglichten, löste ich mich aus meiner Starre und wollte ihnen folgen. Ich sah jedoch ein seltsames Geflecht auf uns zukommen. Es war riesig und füllte das Wasser aus, soweit mein Auge reichte. Ich bog erneut ab und hoffte, dem seltsamen Ungetüm und seiner Umarmung entkommen zu können, doch das Netz schien überall zu sein. Es umringte mich und die Dorsche. Auch einige Steinbeißer schienen diesem unbekannten Geflecht hilflos ausgeliefert. Langsam schnürte es sich enger und enger um uns und zerrte uns langsam in die Höhe, an den Ort, an dem es kein Wasser mehr gab. Wir versuchten, durch die groben Löcher zu schlüpfen und uns zu befreien. Ein kleiner Krebs schaffte es tatsächlich, durch das seltsame Material zu schlüpfen. Doch den Großteil von uns hielt das Ungeheuer fest in seinen Klauen gefangen und näherte sich immer weiter der gefährlichen Grenze zwischen Wasser und Luft.

Hätte ich doch nur auf Mutter gehört.

 

Und wie lautet eure Monstergeschichte?

Frohes Schreiben!

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Wer sonst noch teilnimmt, erfährt man ebenfalls mit einem Klick auf den Button. Klickt euch doch durch und lest die Werke der kreativen Schreiberlinge!

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