• Autor: Olivia Monti
  • Titel: Luna Park 2 – Jahrmarkt der Gier
  • Taschenbuch: 424 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (5. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 153088960X
  • ISBN-13: 978-1530889600
  • Genre: Fantasy

„Es ist ein Spiel ohne Reue“, fuhr der König fort, lehnte sich bequem in seinen Sessel zurück und betrachtete uns einen nach dem anderen. „Es gibt nicht viel zu erklären. Ich gebe euch, sagen wir, die Gelegenheit, Erwachsene zu spielen. Jeder von euch bekommt einen Job, verdient Geld, kann es ausgeben, wie er möchte, kann sich so etwas wie ein Erwachsenenleben im Park gestalten.“

Zusammenfassung (lt. Amazon):

Musstest du schon einmal eine Million Euro verdienen, um nicht zu verhungern? Genau das passiert den Freunden Dugo, Brauni, Camel und Zaza, als ihre Geisterbahnfahrt in der Parallelwelt des Luna Parks endet. Jeder bekommt im Park sofort einen Job. Nur wer eine Million verdient, darf wieder nach Hause. Es ist die Hölle der Gier. Alle dort denken nur noch ans Geldverdienen. Wer keine Million verdient, der muss auf unabsehbare Zeit im Park bleiben und steigt dort immer mehr ab, bis er im armen „Luna Park Süd“ schließlich auf der Straße landet und bettelt. Brauni wird im reichen „Luna Park Nord“ ein erfolgreicher Banker und soll faule Hypothekenpapiere an seine Freunde verkaufen. Camel soll mit seiner Spielhölle armen Schluckern im Süden den letzten Cent aus der Tasche locken. Entkommen dem Park am Ende nur diejenigen, die über Leichen gehen?

Rezension:

Mir wurde freundlicherweise dieses Leseexemplar mit dem Versprechen zur Verfügung gestellt, dass es komplett unrelevant ist, ob ich den ersten Teil schon kenne. Zudem wirbt es mit dem mutigen Lesealter von 10 bis 100, und dass, obwohl es um Finanzmärkte, Arbeitslosigkeit und Spekulationsblasen geht. Aber alles der Reihe nach:

Die vier jungen Freunde, die sich trotz ihres ersten Abenteuers im Luna Park schon wieder auf einen Jahrmarkt trauen, landen nochmals in den Klauen des Königs und müssen sich erneut einer Aufgabe unterziehen, um aus dem Park heraus zu kommen. Mit nur wenigen Erklärungen wurde mir schnell umrissen, worum es in dem ersten Teil ging, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten. Sehr gekonnt, Frau Monti! Den Vorgänger werde ich mir also definitiv zulegen.

Das gefährliche Monopoly-Spiel, in das die Protagonisten verwickelt sind, wird trotz seiner Komplexität auch für jüngere Leser recht gut herunter gebrochen. Teilweise sind Wörter enthalten, die mir als 10jährige vermutlich noch zu hoch gewesen wären. Über diese Wörter kann man aber getrost drüber weg lesen. Auch wenn man als jüngerer Leser vielleicht nicht die gesamte Komplexität versteht, so filtert man zumindest die Hauptaussage heraus. Vice versa geht es dem älteren Leser: die einfache Sprache kann teilweise unterfordern und zieht den Text in die Länge. Jedoch lassen die doch komplexen wirtschaftlichen Konzepte, die von einer Moral begleitet werden, die Geschichte nicht einschlafen.

„Aber die Leute im Süden haben ja gar nicht mehr viel. Wie sollen die da noch sparen?“
Der König lächelte geheimnisvoll. „Niedrigere Löhne bedeuten, die Südler können billigere Leistungen anbieten, eine Achterbahnfahrt kostet weniger als im Norden, die Wettbewerbsfähigkeit steigt, sie verkaufen wieder.“
„Wenn die Achterbahn nicht schon bankrottgegangen ist.“
„Dann hat sie bereits ein anderer gekauft.“
„Das geht ja wild zu.“
„Ja, gnadenlos. Wer keinen Profit macht, ist draußen.“

Die Geschichte war spannend, wenn auch teilweise etwas langatmig. Zudem schien Essen ein ziemlich großes Thema zu spielen. Der verfressene Brauni, der sich andauernd um die nächste Mahlzeit sorgte, störte mir zu oft den Lesefluss. Leider konnte ich mich außerdem nicht richtig an die Figuren gewöhnen. Jeder Charakter hatte durchaus Persönlichkeit und entwickelte sich durch das Abenteuer hindurch, doch ich konnte die Figuren nicht richtig liebgewinnen. Dies könnte daran liegen, dass die Geschichte aus der Perspektive des jungen Dugo erzählt wird, mit dem ich mich als junge Frau Mitte Zwanzig einfach nicht identifizieren konnte. Das Ende lässt einen Nachfolger vermuten, der hoffentlich die vielen ungeklärten Fragen aus dem etwas wirr geratenen letzten Kapiteln auflöst.

Insgesamt ist das Abenteuer im Luna Park aber eine lehrreiche Geschichte, die aktuelle Problematiken widerspiegelt: Zentraler Schwerpunkt ist dabei das gierige Streben nach Gewinnmaximierung und welche Konsequenzen diese Einstellung auf die Menschlichkeit mit sich zieht. Nur schwer lassen sich durch gut nachvollziehbare Handlung jedoch die ‚Guten‘ und die ‚Bösen‘ bestimmen. Haltet einmal im Lesen inne und fragt euch selbst: Wie hättet ihr gehandelt?

 

 

 

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