• Autor: Douglas Adams
  • Titel: Per Anhalter durch die Galaxis
  • Originaltitel: The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
  • Verlag: Heyne (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453209613
  • ISBN-13: 978-3453209619
  • Genre: Science Fiction / Humor / Fantasy

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. – Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

Zusammenfassung (lt. Heyne): Vor 30 Jahren wurde von einem der größten Verlage Ursa Minors (und der Erde) das bemerkenswerteste Buch, das je veröffentlicht wurde, der Menschheit zugänglich gemacht: Per Anhalter durch die Galaxis.
Für Arthur Dent ist es ein ganz normaler Donnerstag, bis sein Haus von Planierraupen niedergewalzt wird. Kurz darauf wird allerdings auch die gesamte Erde von einem vogonischen Bautrupp plattgemacht, weil sie einer Hyperraum-Umgehungsstraße weichen muss. Aber da hat sich Arthurs bester Freund schon längst als Alien entpuppt, und sie sausen durchs Weltall mit nichts als ihren Badetüchern und einem harmlos wirkenden Buch, auf dem in großen, freundlichen Buchstaben »KEINE PANIK« steht. Und dabei hat das Wochenende gerade erst angefangen…

Rezension:  In diesem Weltraumabenteuer geht es unter anderem um Wahrscheinlichkeiten und überraschend häufig auftretende Zufälle. Mathematiker werden sich vermutlich vor lauter Unwahrscheinlichkeit die Haare raufen. Es ist eine Reihe ernst zu nehmender Sci-Fi, die sich unter anderem mit dem Problem-anderer-Leute-Feld, der Instochastik, einer Kugelschreibertheorie, der vogonischen Dichtkunst und Gott beschäftigt, sowie dem Beweis, dass es ihn nicht gibt. Zudem löst dieses Buch die Frage um den Sinn des Lebens und des Universums und was passiert, wenn er gefunden wird.

Zu komplex? Keine Panik! Schnappt euch ein Handtuch und schon kann die Reise losgehen.

Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinterkommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen, er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw., usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade „verloren“ hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.

Aus Erfahrung kann ich behaupten, dass Leser die Bücher von Douglas Adams entweder frustriert weglegen oder verschlingen. Ich gehöre zu jenen, die jedes Wort auf diesen Seiten an einem besonderen Platz im Herzen tragen. Ich habe meine englische Variante so oft gelesen, dass ich ganze Passagen davon rezitieren könnte. Diejenigen, die sich mit dem ‚Anhalter‘ nicht anfreunden konnten, finden die Story an den Haaren herbei gezogen und den Humor zu seltsam.

Tatsache ist jedoch, dass der ‚Anhalter‘ ein Kult ist, dem man sogar im Alltagsleben unterbewusst erlebt. Die Ideen, (Wort-)Witze und die Zahl 42 haben eine ganze Generation von Schriftstellern, Softwareingenieuren und viele andere inspiriert. Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen: Die Übersetzungsseite Babelfish etwa wurde nach dem gleichnamigen Tier benannt, dass in den Büchern in die Ohren der Wesen schlüpft und Kommunikationsprobleme beseitigt. Gary Kasparov gewann 1989 gegen ‚Deep Thought‘, einen hochintelligenten Schachcomputer. Asteroid 18610 trägt den Namen ‚Arthurdent‘. Radiohead widmete Marvin, dem depressiven Roboter, den Song Paranoid Android. Der Instant Messanger Trillian verdankt seinen Namen einer Heldin aus den Büchern. Und tippt doch mal in Google ein:“the answer to life, the universe and everything“(Die Antwort nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest). Der Taschenrechner wird euch vermutlich die mathematisch korrekte Antwort 42 anzeigen. Fun Fact: die Romanfigur Ford Prefect selbst beschreibt seinen Reiseführer als „so was wie ein elektronisches Buch“, das, wenn auf Papier gedruckt, ganze Lagerhallen füllen würde. Damit kam Adams der Technik 20 Jahre zuvor. Denn erst im Jahre 1998 wurde der erste echte kommerzielle E-Book-Reader veröffentlicht.

Die Geschichte jeder bedeutenderen galaktischen Zivilisation macht drei klar und deutlich voneinander getrennte Phasen durch – das bare Überleben, die Wissensgier und die letzte Verfeinerung, allgemein auch als Wie-, Warum- und Wo-Phasen bekannt.
Die erste Phase zum Beispiel ist durch die Frage gekennzeichnet: Wie kriegen wir was zu essen?, die zweite durch die Frage: Warum essen wir?, und die dritte durch die Frage: Wo kriegen wir die besten Wiener Schnitzel?

Da ich die Story schlecht in Worte fassen kann, ohne eine Abhandlung zu verfassen, möchte ich euch die Charaktäre ein wenig näher bringen. Zum einen ist da Arthur Dent (unser Protagonist), ein ganz normaler Erdling mit Erdenproblemen. Seine Welt wird jedoch plötzlich auf den Kopf gestellt, als sein Freund Ford Prefect (ein außerirdischer Anhalter aus dem Beteigeuze-System, der als reisender Korrespondent Recherche auf der Erde betreibt) ihm das Leben rettet. Sie reisen nach einigen Anlaufschwierigkeiten auf einem gestohlenen Raumschiff, der Herz aus Gold zusammen mit Zaphod Beeblebrox (Abenteurer, Ex-Hippie, Lebemann, Hochstapler, Erfinder des Pangalaktischen Donnergurglers und erfolgreichster Präsident der Galaxis), Tricia McMillan (ebenfalls Erdling und zufälligerweise Arthur schon bekannt) und Marvin (einem hochintelligenten, jedoch depressiven Roboter, der durch viele Zeitsprünge älter ist als das Universum selbst).

„Leben“, sagte Marvin, „erzähl‘ mir bloß nichts vom Leben.“

Ebenfalls zu erwähnen wäre: der Reisebegleiter selbst (der dem Leser interessante Informationen über das Universum preisgibt), Slartibartfaß (Planetenbaumeister mit Spezialisierung auf Fjorde), Deep Thought (der zweitgrößte Computer im Universum aus Raum und Zeit), weiße Mäuse, Eddie (Bordcomputer des Sternenschiffs Herz aus Gold und immer gut drauf), Prostetnik Vogon Jeltz (ein schlecht gelaunter Vogone vom Galaktischen Hyperraum-Planungsrat) und Matrazen (freundliche, anspruchslose Federkerngeschöpfe die die Sümpfe des Planeten Squornshöllisch Zeta bevölkern).

Diese fünfteilige Trilogie ist ein Muss für jeden Sci-Fi-Fan und ein Klassiker, den man wenn nicht gelesen, doch zumindest als Film mal erlebt haben sollte. Douglas Adams beweißt mit viel Witz, Verstand und Quantenphysik, warum der Mensch nach Delphinen und Mäusen, die drittklügste Spezies auf der Erde ist. Macht’s gut, und danke für den Fisch!

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