• Autor: Neil Gaiman
  • Titel: Das Graveyard-Buch
  • Originaltitel: The Graveyard book
  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 1. Aufl. 2015 (8. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3847905945
  • ISBN-13: 978-3847905943
  • Genre: Fantasy / Jugendbuch

“Ich fress einen Besen, wenn das kein Baby ist“, entfuhr es Mr Owens.
„Natürlich ist es ein Baby“, sagte seine Frau. „Aber die Frage ist doch, was machen wir mit ihm?“
„Das ist in der Tat die Frage, gnädige Frau“, sagte ihr Gatte. „Aber es ist nicht unsere Frage, denn dieses Baby leibt und lebt und hat folglich nichts mit uns und unserer Welt zu tun.“

Zusammenfassung (lt. Amazon): In einer finsteren Nacht ermordet ein Mann eine Familie in ihrem Haus. Nur das jüngste Kind kann bis zum Friedhof fliehen. Hier gehen gute Geister um, die den Waisenjungen prompt adoptieren. Sie taufen ihn Nobody und verbieten ihm, den Friedhof zu verlassen. Über die Jahre sind die Geister, ein Vampir und eine Werwölfin seine Lehrmeister. Sie bereiten ihn auf einen Kampf vor. Denn der Mörder seiner Eltern hatte es auf Nobody abgesehen, und der Junge schwebt nach wie vor in Lebensgefahr …

Review: Neil Gaiman beschreibt sein Buch selbst als eine Adaption zu Kiplings Dschungelbuch. Ich kann die Parallelen durchaus erkennen: Nobody Owens wird als Findelkind von einer Gruppe von … Wesen aufgezogen, die ihn aufziehen, unterrichten und vor einem Feind beschützen.

Geister, Ghule, Vampire, Hexen, Werwölfe und ein Schlangenwesen, dass im Dunkeln haust und einen Schatz bewacht? All dies könnte einen ordentlich gruseln lassen, wird von Gaiman jedoch für das junge Publikum als mehr oder weniger ungefährlich dargestellt. Die Untoten werden hier zur Ersatzfamilie und erschrecken höchstens die, welche Nobody Böses wollen. Die ungewöhnliche Patch-Work-Familie manövriert den Jungen in diesem Buch zwar ab und zu durch Abenteuer, hauptsächlich jedoch durch das Erwachsenwerden. Kleine Höhepunkte geben diesen Passagen unterhaltsamen Schwung und sorgen für eine in sich geschlossene, lesenswerte Geschichte.

Sei es sein Neverwhere, die Welt von Stardust, Coraline oder auch nur eine seiner zahllosen Kurzgeschichten: Bis jetzt hat Neil Gaiman es immer geschafft, mich für seine Geschichten zu begeistern. Seine Welten sind bildreich und bunt, seine Charaktere liebenswürdig und einzigartig. Obwohl das Graveyard-Buch für den jungen Leser ab 12 und damit sprachlich, sowie von der Handlung sehr einfach und oberflächlich gehalten ist, bin ich auch als erwachsener Leser gut unterhalten worden. Wäre ich ein paar Jahre jünger, hätte ich dieses fantasiereiche, leicht makabere Buch vermutlich als eines meiner Lieblingsbücher deklariert. Als Erwachsener habe ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Zudem blieben einige Fragen unbeantwortet.

„Living things can harm you, but the dead can’t“ – Neil Gaiman

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