• Autor: Horst Evers
  • Titel: Alles außer irdisch
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: Originalausgabe (22. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871348155
  • ISBN-13: 978-3871348150
  • Genre: Science Fiction / Gegenwartsliteratur

„Nein, deine Rolle in dieser Geschichte ist eine weitaus bedeutsamere.“
„Bedeutsamer?“
„Ja, dir kommt die undankbare Aufgabe zu,die Menschheit zu retten. Also, es zumindest zu versuchen.“
Goiko brach der Schweiß aus. „Nein, nein. Das muss sich um eine Verwechslung handeln. Ich eigne mich gewiss nicht zum Revolutionär.“
„Was für eine Revolution?“
„Na, die Revolution.“
„Von Revolutionen rate ich ab.“[…]
„Aber was in dieser ganzen Geschichte soll denn jetzt meine Rolle sein?
„Du sollst klagen.“
„Was?“
„Vor dem intergalaktischen Verbrauchergerichtshof.“
„Was?“

Zusammenfassung (lt. Amazon): Der Flughafen BER wird eröffnet. Ein großer Tag für Berlin und Brandenburg. Genau 7,34 Sekunden lang läuft er wunderbar. Dann allerdings stürzt quasi aus dem Nichts ein wirklich großes Raumschiff auf alle drei Startbahnen. Dies ist der Auftakt zu einer Geschichte, die alles, was wir über außerirdisches Leben zu wissen meinten, über den Haufen wirft. Es treten auf: hochentwickelte Zivilisationen, denen lange Weltraumflüge längst viel zu mühsam sind und die andere Welten einfach online erobern; hyperintelligentes, sprechendes Plastik; Chamäleonsoldaten, die automatisch die Form annehmen, die ihnen gerade den größten Vorteil verschafft – und Goiko Schulz, 36 Jahre alt und eigentlich nur für seine Mutter etwas Besonderes. Gemeinsam mit einer schlechtgelaunten Fahrradkurierin und einem alten russischen Zeitreiseforscher wird er zur letzten Hoffnung der Menschheit. Ziel der kleinen Gruppe ist der interplanetare Verbrauchergerichtshof. Doch äußerst mächtige Feinde tun alles, damit sie diesen niemals erreichen …

Review: Seit ich in jungen Jahren Per Anhalter durch die Galaxis gelesen habe, bin ich begeisterter Anhänger von humorvollem SciFi. Seitdem suche ich nach Büchern, die ähnlich skurril und unterhaltsam sind. ‚Alles außer irdisch‘ von Horst Evers schien mir nicht nur vom Cover her eine gute Wahl. Auch der Klappentext hat mich sofort überzeugt, dass dieses Buch mit nach Hause musste.

Die Geschichte beginnt am Eröffnungstag des Flughafen BER, was an sich schon ziemlich futuristisch erscheint. Dann stürzt jedoch ein UFO ab und wirft den Protagonisten Goiko Schulz, seines Zeichens Dauerstudent, in ein wildes Abenteuer. Der Beginn des Romans liest sich flüssig und zeichnet ein sympathisches Bild der Charaktere, die man auf den folgenden Seiten begleitet. Recht schnell kommt die Handlung in Schwung und Schlag auf Schlag werden die Figuren in die unglaublichsten Situationen verwickelt.

Leider findet sich dieser hoch geschlagene Spannungsbogen ab der Mitte im freien Fall wieder. Als hätte man die besten Ideen schon zu Anfang verschossen, zieht sich die Handlung nur träge dahin. Der Rest wird hauptsächlich von langen Dialogen getragen, die jedoch interessante wissenschaftliche Ansätze und philosophische Fragen in sich trägt. Zudem birgt es Gedankenexperimente im Bezug auf Klimawandel, technische Innovationen, sowie Raum-Zeit-Kontinuum. Leider versucht Evers zu sehr, den Ton von Douglas Adams zu imitieren: Witze missglücken, Anspielungen an Popkultur wirken plump und ’skurril‘ rutscht zu ‚absurd‘ ab.

‚Alles außer irdisch‘ ist eine unterhaltsame, unvorhersehbare Geschichte, die humorvoll Kritik an Menschheit, Politik und Wirtschaft übt. Leider ist ab der Hälfte nicht mehr viel mit Handlung, sondern eher mit Abhandlungen zu rechnen.

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