Eine kleine  AusVorrede zu diesem Rezept: Ich hatte Besuch, der eher an die gute deutsche Hausmannskost gewöhnt ist und über einen Quinoa-Kichererbsen-Salat oder Thai-Gemüse in Kokossoße nur unglücklich die Nase gerümft hätte. Also habe ich für ein Essen mal ein wenig mit meiner neuen veganen ‚Low-Carb‘-Ernährung geschummelt. Nur ein ganz kleines bisschen. 

Es gibt eine Menge Gerichte, die schon immer vegan waren, schon bevor es den Ernährungshype gab. Nehmen wir etwa die traditionelle Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer mit Apfelmuß oder auch Bratkartoffeln. Nur will ich ja eigentlich den Kartoffeln und Nudeln entsagen!  Also entschied ich mich für das Lieblingsgericht aus meiner Kindheit: Linsen.

Linsen sind vielseitig verwendbar und können beispielsweise für Brotaufstriche, Eintöpfe, Dhals oder Salate verwendet werden.  Zudem zeichnen sich auch durch ihre Sortenvielfalt aus: Es gibt braune, grüne, rote, gelbe und auch schwarze Linsen, wie man in meinem Bild ganz gut sehen kann. Ich habe Rote Linsen, Beluga und Pardina gemischt, um meine ganzen Reste mal aufzubrauchen. Am liebsten benutze ich bei diesem Rezept nur Beluga-Linsen, weil sie beim Kochen einen leicht nussigen Geschmack entwickeln und schön bissfest bleiben. Linsen sind reich an Kohlenhydraten und damit nicht wirklich Low-Carb sowie Eiweiß und somit ein guter Nährstofflieferant. Sie haben nur 1,4g Fett pro 100g  und können mit anderen eiweißhaltigen Produkten kombiniert eine ganze Fleischmahlzeit ersetzen. Aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts haben Linsen einen niedrigen glykämischen Index, sättigen langanhaltend und sorgen für eine gute Verdauung. Zudem enthalten sie hohe Mengen an Kalium, Magnesium, Eisen und Zink.

Leider bekomme ich den süß-saueren Linseneintopf nie so hin wie Mama. Trotz genauester Rezeptbefolgung will es mir nie gelingen, diesen Geschmack zu rekonstruieren, den ich früher so oft genießen durfte. Deswegen habe ich es aufgegeben, diesen nostalgischen Gaumenschmauß zu imitieren und das Rezept in etwas eigenes umgewandelt.

Balsamico - Linsen

  • Portionen: 2-3
  • Zeit: ca. 20 Min
  • Schwierigkeit: leicht
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Zutaten

  • 120 g Linsen
  • 1 Möhre
  • 20g Öl
  • 30g Zwiebeln (am besten Schalotten)
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, evtl. Chili
  • 50 ml Aceto Balsamico di Modena
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • Petersilie 

Anweisungen

  1. Wenn auf der Verpackung angegeben, die Linsen vorher einweichen. Egel welche Sorte ihr verwendet, sollten die Linsen vorher zumindest noch einmal gewaschen werden.
  2. (Kokos-)Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel anschwitzen. Die abgetropften Linsen und klein geschnittenen Möhrenstückchen dazu geben.
  3. Mit Pfeffer und Salz würzen, mit der Brühe aufgießen und auf niedriger Temperatur so lang köcheln lassen, bis der Fond gut von den Linsen aufgenommen wurde.
  4. Mit Essig ablöschen, salzen und pfeffern, eventuell für den pikanteren Gaumen etwas Chili hinzugeben.
  5. Mit Zitrone abschmecken und mit Petersilie garnieren.
 

Mein Besuch bekam in die Balsamico-Linsen noch ein paar Wiener. Man kann dieses Gericht aber auch in kleinerer Menge als Beilage reichen: Besonders gut dazu passt gebratener Fisch wie Zander, Dorade oder Thunfisch. Mein persönlicher Favorit sind die Linsen serviert an Jacobsmuscheln und im Glas ein Weißwein, am besten ein Chablis.rezept

Aber ich will ja momentan mal vegan und so… Pur war auch sehr lecker! Und hatte gerade mal 80 kcal pro 100 Gramm. Dazu gab es ein kühles Ingwer-Zitronen-Wasser. Ich hatte sogar Reste, die ich für den Folgetag gut in einem Salat verarbeiten konnte.

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