Wenn ich auf meine langen Reihen von Büchern schaue, vermisse ich vor allem eines:

Kontinuität.

Liebe Verlage: Kann es denn so schwer sein, ein Design durch zuziehen?  Hier ein paar Beispiele, die mich wahnsinnig machen:

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Beginnen wir gleich einmal bei meinen beiden größten Ärgernissen. Das wäre die Peter Grant – Reihe des Herrn Aaronovitch vom Del Rey Verlag, welcher die wundervollen Cover kontinuierlich beibehält, ab Band 3 aber plötzlich die Größe ändert. In den nachfolgenden Auflagen hieß der erste Teil auch nicht mehr Rivers of London, sondern plötzlich Midnight Riot.
Im Bild rechts sehen wir die schönen File-Aufmachungen des Orbit Verlages für die Dresden Files von Jim Butcher. Diese Aufmachung wurde leider recht früh eingestellt. Jetzt habe ich die Wahl, mir die potthäßlichen Varianten der Bände 7 bis 15 eines anderen Verlages daneben zu stellen oder zu hoffen, dass Orbit doch noch diese Cover-Variante fortführt. Ich harre der Dinge und kaufe mir erstmal weiter die Ebooks.

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Lasst uns das bekannte „Finde die Unterschiede“-Spiel spielen.

Harry Potter ist ja wohl der Worst Case: Erst veröffentlichte Carlsen die seriflose Schrift in Kästen, dann wechselte man zu den nun allseits benutzten Harry-Potter Lettern. Der vierte Teil sticht dabei besonders hervor, weil er den Carlsen-Zug plötzlich nicht mehr senk- sondern waagerecht präsentiert. Was lehrt mich das? Hände weg von Over-Night-Express und der damit erhaltenen Erstauflage.
Ähnlich ist es bei der Reihe um das schnapspralinensüchtige Känguru, dessen Schreibmaschinenstil in einen großgeschrieben Schreibstil wechselt. Echt jetzt? Was soll ich da jetzt machen: Den ersten Teil noch mal kaufen? Spekuliert der Verlag darauf, dass der kleine Perfektionist in mir tatsächlich die Neuauflage kauft, nur um meinen inneren Frieden zu finden?
Und 1Q84, dass ich im 2er-Set erhielt, betont zwar richtiggehend, dass es sich beim grünen Teil um Band 3 handelt. Jedoch hätte man den Anstand haben können, auf den silbernen Band auch Buch 1+2 zu nummerieren. Nur der Ästhetik halber. Wäre das zu viel verlangt?

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Der Diogenes-Verlag quält mich schon seit einiger Zeit mit seinen ungleichmäßigen Farbgebungen. Das reicht von purem Weiß über Eischalenfarben bis zu Creme. Aber gut, das könnte ich jetzt mal auf ungleichen Gilbungseffekt im Alter schieben.
Anders ist das aber bei Herr der Ringe, der im Schuber kam, und da sollte man doch annehmen, dass der Look auch gleich ist. Weit gefehlt. Der erste Teil ist ein klein wenig grünstichiger. Warum auch immer. Eventuell nur um mich zu ärgern.
Höchst irritiert war ich zudem bei der Black Magician Serie, den Geschichten um Sonea von Trudi Canavan. Hier hat sich auf den ersten Blick vom Design her nichts geändert aber… Moment: Ist das ein anderes Verlagslogo? Steige da mal einer dahinter.

Ich könnte noch einige andere Beispiele anbringen: Beim ersten After-Teil von Todd fehlt unten die kleine 1, beim Lied von Eis und Feuer sind Teil 7 und 9 ein wenig anders, … und dieser seltsame Trend ist nicht nur bei Büchern so.

Ironie?

Aber ich will euch nicht langweilen oder mich weiter in meinen Spleen hinein steigern.

Nennt mich kleinlich. Aber mich machen solche Details wahnsinnig. Vor allem bin ich auch noch tagtäglich mit der Erinnerung daran gestraft, da ich es schließlich bin, die meine Bücher jeden Tag in ihrer Unvollkommenheit auf dem Regal stehen sieht.

fragendVielleicht gibt es unter euch ja Leidensgenossen? Oder bin ich die einzige mit so hohen ästhetischen Ansprüchen und einem Wunsch nach kontinuierlichen Buchrücken?

Hände hoch und melden: Wer hat noch mehr Beispiele?

 

Ps.: Wisst ihr, was VIEL schlimmer ist? Nach Farben sortierte Bücherregale. Da steht der Feuerkelch vielleicht in der unteren Reihe bei roten Büchern, und irgendwo oben drüber Teil 2 und 5, einfach weil sie beide grün sind. Da juckt es mir in den Fingern, Ordnung reinzubringen.

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