Es kommt ja gelegentlich einmal vor, das Katzen andere Objekte ihrem Kratzbaum vorziehen. Leider fiel ihnen auch mein Reispapier-Lampenschirm zum Opfer. Ich hatte also die Wahl, mir für 10 Euro in einem großen schwedischen Möbelhaus einfach eine neue Lampe zu kaufen oder einmal etwas neues auszuprobieren.

Also setzte ich mich an meine Nähmaschine, um den alten Lampenschirm in etwas Individuelles zu verwandeln. Ich überlegte kurz und entschied mich für eine Konstruktion aus Stoff und Draht, damit die quadratische Form erhalten blieb. Ansonsten hätte der doch recht schwere Stoff formlos herab gehangen.

Schirm_01

Was ihr braucht:

  • die Original-Lampe
  • eine Nähmaschine
  • ausreichend Stoff
  • farblich passendes Garn
  • Nadel
  • Bügeleisen
  • Draht und Zange

Die erste Aufgabe ist es, das Stück Stoff richtig auszumessen. Ich hatte von einem Vorprojekt noch 4 qm gestreiften Baumwollstoff übrig, der dünn genug war, um später das Licht durchzulassen. Der Original-Schirm war bei mir 130 cm lang plus je 4 cm Nahtzugabe oben und unten. Außer der 25 cm Breite (x4) und wieder 3 cm Nahtzugabe rechnete ich noch mit je einem, also insgesamt 4 cm für die Ecken-Abnäher. Somit kam ich insgesamt auf 136 x 107 cm Größe.

Schirm_02

 

Bevor die Nähmaschine zum Einsatz kommt, habe ich den alten Lampenschirm zerlegt. Um die beiden Aluminiumbügel, die einst einmal das Reispapier auf der Lampe hielten, soll nun der neue Stoff gezogen werden. Das Reispapier war verleimt, weshalb es ein bisschen Geduldsarbeit ist, die Überreste so gut wie möglich abzufriemeln.

Schirm_04Dann geht’s an die Nähmaschine. Zuerst einmal rundum Ränder versäubern. Dann nähen wir in einem Zentimeter Abstand zum Rand die erste ‚Röhre‘, durch die dann ein formender Draht gezogen wird. Der Stoff wird auf rechts gefaltet (also mit Muster auf Muster, die ‚Innenseite‘ zu euch gewandt) und die lange Seite auf einen halben Zentimeter abgenäht. Das wird nach 25 cm wiederholt, bis 4 dieser Tunnel entstanden sind. Zwischendrin habe ich immer einmal das alte Gestell zur Hand genommen und getestet, ob meine Maße stimmen, damit die vier Tunnel auch wirklich auf den Ecken sitzen.

Dann werden die langen Seitenränder zusammen genäht, damit eine Röhre entsteht. Nähmaschine aus und zum Bügelbrett: Den Stoff kann man jetzt auf die richtige Seite drehen (also Muster zu euch gewandt, die ‚hässliche‘ Seite nach innen) und ordentlich aufbügeln. Besonders die Abnäher sollten anständig geplättet werden. Das gibt dem Schirm schon einmal die erste Form.

Dann der knifflige Teil: Das Einfädeln der Drähte in die Abnäher.

Schirm_03

Ich habe am Anfang einen Blumendraht herein ziehen wollen: hielt gut, war aber nur schwer durchzufädeln. Leider ist Geduld nicht so ganz meine Stärke, deswegen griff ich kurzerhand nach einem dickeren Draht.  Bevor man den Draht mit einer Zange auf die richtige Länge einkürzt, sollte auf jeder Seite noch genug Draht stehen bleiben, um die beiden Gestelle an den Ecken festbinden zu können. Etwa 2 bis 3 cm pro Seite reichen vollkommen.20160508_221014_HDR

Und dann heißt es Handarbeit: die oberen Stoffkanten um das erste Gestell herumschlagen und mit Nadel und Faden fixieren. Dann den Stoff straff ziehen, eventuell den Draht gerade biegen und erst jetzt auch das untere Aluminiumkreuz an den Ecken mit dem überstehenden Draht befestigen und die Aluminiumstreben einnähen. Den Lampenschirm auf die Stehlampe hängen. Freuen.

Der Draht in den Seitenkanten ist vielleicht anfangs noch etwas störrisch. Das hängt sich aber aus. Wahlweise kann man aber auch einfach von der rechteckigen Grundform abweichen und den Schirm in Zickzack, zur Spirale oder in eine bauchige Form biegen, da die Drähte die Form des Stoffes bestimmen. Tobt euch aus!

Was sagt ihr zu meinem kleinen Projekt? Macht ihr auch Dinge selber oder hübscht alte Dinge durch kreative Ideen auf?

Ps.: Ich bin wieder aus dem Urlaub da! Habt ihr mich vermisst? Ab morgen geht’s wieder los mit aktuellen Artikeln: unter anderem mit einem kleinen Einblick in mein Abenteuer in den schottischen Highlands und dem Beginn meiner Speck-Weg – Challenge.

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