• Autor: Fiona Kawazoe
  • Titel: Für immer und Sushi?
  • Format: epub
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 339 Seiten
  • Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS (12. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01DO3D6NC
  • Genre: Frauenroman/Liebesroman

Zusammenfassung(lt. Amazon): Vanessa hat ein Problem: Doch als sie ihrer besten Freundin davon erzählt, hat diese schnell eine Lösung parat …
Kurz darauf findet sich Vanessa in Tokyo wieder. Allein, ohne Japanisch-Kenntnisse, mit einem Job als Au-Pair, der sie an ihre Grenzen bringt, und einer Unterkunft, in der sie unmöglich bleiben kann. Damit nicht genug, wird sie schon bald von der Halbjapanerin Saki für ihren interkulturellen Hilfsdienst einspannt und freundet sich mit einem Mann an, für den sie weit mehr als Freundschaft empfindet. Und schon bald läuft alles auf die eine Frage hinaus: Gehen oder bleiben

„Warte, warte, gleich geht’s los!“, rief Saki.
Die Autoampel war wieder auf Rot gesprungen, die Kreuzung wie leergefegt. Im nächsten Moment liefen die Fußgänger los, gleichzeitig quer über die vier Straßen und diagonal. Innerhalb weniger Sekunden trafen sich die Menschenströme aus den verschiedenen Richtungen in der Mitte und gingen übergangslos ineinander über.
„Wow“, sagte ich noch einmal.

meistbegangene Kreuzung der Welt in Shibuya, Tokyo/Japan       Quelle:pixabay.com

Review: Ich freute und ärgerte mich zugleich über dieses Buch. Kommen wir erst einmal zu den vielen positiven Dingen: Ich habe mich unglaublich gefreut, ein Rezensionsexemplar erhalten zu haben, da mich Japan schon seit vielen Jahren fasziniert. Dabei rede ich hier weniger über meine Manga- und Animephase, sondern über die vielfältige Kultur, die sich in diesem Land verbirgt. Im Land der aufgehenden Sonne treffen Moderne und Tradition in geballter Ladung aufeinander.

Dieser Liebesroman hat es wundervoll geschafft, diese doch teilweise speziellen Angewohnheiten der Japaner auf liebenswürdige Weise darzustellen. Zugleich konnte er mir bildhaft diesen wundervollen Großstadtjungle Tokyo beschreiben. Vor allem mochte ich die kleinen Randnotizen, wie das komplizierte Müllsystem oder die ‚Klopantoffeln‘, die bei der deutschen Protagonistin selbstverständlich erstmal auf verwundertes Unverständnis stießen. Ebenfalls mochte ich den kleinen Exkurs in die japanische Cuisine, die neben Conbini-Bento auch das familiäre Sukiyaki-Fondue enthielt.

Die Figuren hatten Tiefgang und entwickelten sich im Handlungsverlauf in interessante Richtungen weiter. Hielt ich die Protagonisten Vanessa anfangs noch für weinerlich, musste ich später aufgrund neuer Hintergrundinformationen meine vorschnelle Meinung überdenken.

Leider wurde dieser positive Gesamteindruck leider von groben Schnitzern zerstört. Ich hatte das Gefühl, die Rohfassung erhalten zu haben, da gelegentlich ähnliche Wörter nebeneinander standen, die vermutlich der Korrektur entschlüpft sind. Kann passieren. Bisweilen fand ich aber Diskrepanzen und Handlungslöcher, die bei einer aufmerksamen Überarbeitung nicht vorgekommen wären. Ein kleines Beispiel:

Rechts befand sich die Küchennische mit einem Kühlschrank, einem Herd und einer Arbeitsplatte, die mit Reiskocher, Kaffeemaschine und Mikrowelle vollgestellt war.

Deswegen verwunderte mich dann später folgende Aussage, bei der es um die gleiche Küche ging:

 „Tut mir leid, dass es nur Reis aus der Mikrowelle gibt, aber Saki hat ja keinen Reiskocher.“

Ich mag vielleicht kleinlich sein, aber solche Sachen ärgern mich, weil man sie vermeiden kann.

Insgesamt gebe ich dem Buch solide 3 von 5 Käffchen, mit ausbaufähigem Raum nach oben, wenn noch einmal Korrektur gelesen wird. Denn trotzdem ist es eine kurzweilige Liebesromanze über interkulturelle Liebe, Selbstfindung und Mut im Angesicht des Ungewissen, bei dem einen das Fernweh packen kann.

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