Ich habe einiges für dich gebastelt, lieber treuer Leser; du siehst es vor dir im Mondlicht ausgebreitet. Doch bevor du einen Blick auf die kleinen, handgearbeiteten Schätze wirfst, die ich feilhalte, wollen wir ein wenig darüber sprechen, ja? Es dauert nicht lange. Komm, setz dich neben mich. Und rück doch ein wenig näher. Ich beiße nicht.
Allerdings … wir kennen uns nun schon seit sehr langer Zeit, und ich vermute, du weißt, dass das nicht so ganz stimmen kann.
Nicht wahr?

  • Autor: Stephen King
  • Titel: Basar der bösen Träume
  • Originaltitel: The Bazaar of Bad Dreams
  • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (18. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270231
  • ISBN-13: 978-3453270237
  • Genre: Horror/Suspence

 

Review: Der Basar ist eröffnet und Stephen King bietet seine Ware feil. Im ‚Basar der bösen Träume‘ handelt es sich nicht um einen neuen Thriller des Bestseller-Autors, sondern ähnlich wie seine ‚Nachtschicht‘ um eine Ansammlung von teilweise unveröffentlichten Kurzgeschichten und Gedichten.

Kings‘ Schreibstil war wie immer flüssig und anschaulich zu lesen. Die Geschichten waren sehr unterschiedlich. Gleich zu Beginn erfährt man von der ‚Raststätte Mile 81‘, die mich sehr an Kings Werk ‚Christine‘ erinnerte. In ‚Batman und Robin haben einen Disput‘ geht es um die Beziehung zwischen Vater und Sohn und hat bis zum Schlüsselmoment einen sehr sanften Ton. Im ‚Leben nach dem Tod‘ dagegen sagt der Titel so ziemlich alles über die Handlung aus. Eine andere Geschichte handelt von Baseball. Man sieht: die Themen der Kurzgeschichten sind breit gefächert. Vor jeder Erzählung klärt uns Stephen King jedoch über die Entstehungsgeschichte auf. Ich fand diese Einblicke in den Schreibprozess des Autors interessant und war erstaunt, wie sich aus einer kleinen Beobachtung eine Story entwickeln kann.

„Ich mag meinen Kindle, habe aber keinerlei Interesse daran, für Amazon die Werbetrommel zu rühren.“
Die Idee blieb jedoch haften, weil mich neue Techniken schon immer fasziniert haben, vor allem wenn sie mit Lesen und Schreiben verbunden sind. Nicht lange nach Ralphs Anruf kam mir auf meinem Morgenspaziergang die hier abgedruckte Geschichte in den Sinn. Sie war zu cool, als dass sie nicht geschrieben gehörte.

Diese Story war es, deren Konzept ich unwiderstehlich fand: In ‚Ur‘ geht es um einen E-Book-Reader, mit dem man Nachrichten und Bücher aus Paralleluniversen lesen kann. Ich hätte gern auch so ein Ding, bitte!

Leider konnten mich die anderen Stories aber wenig bis gar nicht überzeugen. Der sonstige Wow-Effekt, der normalerweise King-Bücher in mir weckt, blieb beim ‚Basar‘ aus. Die Auflösung war oftmals vorhersehbar oder es entstand erst gar kein Spannungsbogen. Die Baseball-Story ‚Blockade-Billy‘ stieß bei mir nur auf Unverständnis, da ich das Regelwerk nicht kenne und mich dadurch durch ganze Passagen von Spielbeschreibungen quälen musste. Mit den Gedichten konnte ich ebenfalls nicht viel anfangen.

Ich lese Bücher von King normalerweise an einem Wochenende, weil sie mich einsaugen und nicht mehr los lassen. Für diese Sammlung an Kurzgeschichten habe ich sage und schreibe 10 Tage gebraucht, was meine Meinung ziemlich gut widerspiegelt. Ich war von dem Buch leider maßlos enttäuscht, was mir bisher noch bei keinem Werk von King passiert ist. Die Geschichten und ich haben diesmal einfach nicht zueinander gefunden.

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