Doch groß ist die herrliche Dschungel
und klein ist das prahlende Kind,
Bald wird es wachsen und wissen,
wer hier die mächtigen sind.
Bis dahin laß es schwatzen,
wie es nun immer will…
Bald fühlt es Zähne und Tatzen,
dann wird’s von selber still.

Balus‘ Lehrsätze

  • Autor: Rudyard Kipling
  • Titel: Das Dschungelbuch
  • Originaltitel: The Jungle Book
  • Seiten: 173
  • Verlag: Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig und Weimar (Erstauflage 1980)
  • Preis: DDR 5,80 M

Review: Im Zuge des neuen Filmes, von dem ich unten weiter berichten werde, musste ich mal wieder meine sehr zerlesenen Ausgaben von den Dschungelbüchern vom Regal nehmen. Zugegeben, sie sind nicht schön, schlecht gebunden und das DDR-Papier erscheint wie handgebleicht, aber es ist ein Stück Erinnerung, dass ich nicht missen möchte.

Zur Handlung muss ich vermutlich nicht viel erzählen: Der Tiger Shir Khan ist auf der Jagd nach menschlicher Beute, doch ein Wolfsrudel schützt den jungen Mowgli, nimmt es bei sich auf und zieht es als einen ihrer Welpen heran. Als der Rudelführer Akela jedoch alt und schwach wird, vermag er Mowgli nicht mehr vor dem Tiger zu schützen. Mowglis Freunde, der schwarze Panther Baghira und der Bär Balu, helfen ihm dabei, Shir Khan mit der roten Blume – dem Feuer der Menschen – zu besiegen.

Das ist die Version, die vermutlich durch Disney jeder kennt. Im Buch erfahren wir jedoch sehr viel mehr über die Dschungelbewohner. Zum Beispiel die Geschichten von Kala Nag, einem Elefanten im Dienste der indischen Regierung, oder des Mungos Rikki-Tikki-Tavi, der fast ertrinkt und von einer englischen Familie aufgepeppelt wird. Im neuen Dschungelbuch erfahren wir zudem, wie Mowgli zu einem Mann heran wächst und im Rukh als Waldhüter in den Dienst der Regierung tritt.

Es gibt ja mittlerweile schon 2 Disneyfilme, die sich mit der Geschichte von Mowgli befassen. Wieso sollte man da noch das Buch lesen? Weil es sich lohnt. Ihr werdet staunen, wie viel Vielfalt sich im Dschungelbuch versteckt. Erwartet aber keine unschuldigen Kindergeschichten. Der Dschungel Indiens von Kipling ist ein gefährlicher Ort, in dem nicht die Tiere, sondern der Mensch der größte Feind ist.

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Kommen wir passend zum Thema auch gleich zu einer kleinen Rezension des Filmes, den ich mir in 3D anschauen durfte. Und ich muss sagen: 3D war eine gute Wahl.

Ich kenne wie gesagt die Bücher und den Disney-Klassiker von 1968. Meine Erwartungen waren hoch und wurden erfüllt. Ich war von dem Film begeistert, da er die Musik und die Stimmung des alten Filmes beibehält, aber trotzdem Buchelemente einbaut, wie etwa Sahi das Stachelschwein, welches im alten Zeichentrickfilm keine Erwähnung fand. Auch das Gesetz des Dschungels, dass die Wölfe rezitieren, stammt aus der Feder Kiplings, wurde jedoch stark eingekürzt.

Gleich zur Eröffnung hörte man die altbekannte Musik, die neuen Schwung erhielt. Ich war mit der Besetzung des Mowglis sehr zufrieden. Vor allem aber machte mich die Animation sprachlos: Ich hätte am liebsten nach vorn gegriffen und dieses flauschige Fell gestreichelt. Vor allem die Gesten Shir Khans entsprachen perfekt den Bewegungen einer großen, majestätischen, flauschigen, wenn auch gefährlichen und dezent aggressiven Mietzekatze.

Der Film hat jedoch nichts von der Leichtigkeit des alten Trickfilmes. Mowgli ist kein kleiner hilfloser Junge, sondern ein Mensch, der sich in all den Gefahren, die der Jungle bietet, behaupten muss und den Krallen und scharfen Zähnen seiner Feinde nur seine List entgegen setzen kann.

Es ist ein visuelles Nonplusultra und für Cineasten durchaus empfehlenswert. Ich hätte den Film jedoch nicht schon ab 6 Jahren freigegeben, da es doch einige düstere Szenen gibt. Es ist eine nette Neuinterpretation – wäre aber eigentlich nicht notwendig gewesen. Ich habe ihn jetzt gesehen und fand ihn toll, würde die alte VHS mit dem spaßigen Affenstaat, der singenden Elefantenpatroulie und dem Acapella – Geierchor dem neuen Bildspektakel aber trotzdem vorziehen.

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