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  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Titel: Die Känguru – Chroniken
  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. März 2009)
  • ISBN-10: 3548372570
  • Genre: Komödie/Satire

„Was ist denn das?“
„Schnapspralinen“, sage ich.
„Darf ich?“
„Bitte. Mag ich sowieso nicht.“
Es wirft sich zwei Pralinen in den Mund.
„Köstlich!“, ruft es. „Auch welche?“
„Nee. Mag ich nicht. Haben Sie nicht zugehört?“
„Offensichtlich nicht“, sagt das Känguru. „Denken Sie nicht mit?“
„Nein. Nie“, sage ich. „Ich lebe nach der Devise: Lieber fünf Mal nachgefragt als einmal nachgedacht. Haben Sie nicht zugehört?“
Das Känguru nimmt sich noch eine Praline.
„Kleinkünstler also …“, sagt es und lacht kurz auf. „Hier sind wir jetzt – unterhalte uns!“
„Machen Sie das öfter?“, frage ich.
„Sie meinen: Zitieren?“
„Ja.“
„Wollen wir uns duzen?“, fragt das Känguru.
„Von mir aus“, sage ich.
„Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“

Beschreibung (lt. buecher.de): „Ich bin ein Känguru – und Marc-Uwe ist mein Mitbewohner und Chronist. Nur manches, was er über mich erzählt, stimmt. Zum Beispiel, dass ich mal beim Vietcong war. Das Allermeiste jedoch ist übertrieben, verdreht oder gelogen! Aber ich darf nicht meckern. Wir gehen zusammen essen und ins Kino, und ich muss nix bezahlen.“ Mal bissig, mal verschroben, dann wieder liebevoll ironisch wird der Alltag eines ungewöhnlichen Duos beleuchtet. Völlig absurd und ein großer Lesespaß.

Review: Wie man oben merkt, ist dieses Buch ähnlich einem Kammerspiel aufgezogen. Das Buch trägt sich von den witzigen Dialogen, die der Poetry-Slam-Champion Marc-Uwe mit seinem Mitbewohner führt. Die vielen kurzen Texte bieten sich dabei optimal als „Kloliteratur“ an.

Die spitze Zunge des Kängurus richtet sich oftmals gegen Politik und Kommerz, weswegen ich diesen speziellen, manchmal auch sehr flachen Humor nicht jedem empfehle. Gelegentlich handelt es sich aber auch nur um Alltagssituationen wie ein Besuch im Kino oder bei Burger-King. Das Känguru hat es aufgrund seiner Attitüde und der Tatsache, dass es nun mal ein Känguru ist, oftmals nicht leicht. Spontan fällt mir hier die Szene auf dem Flughafen ein, bei dem das Beuteltier gebeten wird, seine Tasche auf das Band zu legen. Für den Extra-Kick Humor rate ich jedem zum Hörbuch, bei dem Kling dem Känguru eine markante Stimme verleiht.

Das Känguru ist nicht nur klug, sondern auch kreativ. Sein selbst erfundenes Kartenspiel „Halt mal kurz“ gibt es mittlerweile käuflich zu erwerben und hat schon an manchem Spieleabend zur Erheiterung meiner Gäste beigetragen. Wie das Spiel funktioniert, erklären auch die beiden Protagonisten gern:

Ich denke, das Video gibt euch einen guten Eindruck von dem Dreiteiler, in dem neben Känguru und Kleinkünstler auch noch ein Antagonist auftaucht: Der Pinguin, der am Ende dieses ersten Teils in der Wohnung gegenüber einzieht, sorgt schon bald für den Ausbruch eines Kleinkrieges.

Besorgt euch ein paar Schnapspralinen, legt Nirvana auf und erfreut euch an den amüsanten Geschichten von Mark-Uwe und seinem bebeutelten Mitbewohner. Ich habe herzlichst gelacht. Und auch wenn der kabaretistisch politische Ton vielleicht nicht für Jederman etwas ist, so kann man sich doch immer noch an der Situationskomik erfreuen. Tante Tex stimmt dem Känguru zu und meint: WITZIG!

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