Es gibt ja so Tage, an denen sich die Reste der Woche sammeln. Gemüse, dass langsam dringend mal weg müsste. Eine halbe Portion vom Vortag. Kräuter im Bund, die schon ganz traurig aussehen. Für solche Momente habe ich eine einfache Strategie.

In den Wok damit!

Bei dieser zugegebener Maßen etwas rabiaten, aber schnellen und praktischen Methode kommen immer die interessantesten Kombinationen raus. Diesmal hatte ich frische Garnelen da, die in irgendeiner Form verarbeitet werden mussten. Ein paar Paprika, das Quinoa vom Vortag und schwupp-di-wupp ist in unter 30 Minuten ein köstliches Curry entstanden, dass nicht nur kalorienarm ist, sondern dank Quinoa auch glutenfrei.

Was Ihr für gut 2 Portionen braucht:

1 EL Kokosöl
1 Knoblauchzehe
1 Frühlingszwiebel
1 Tasse Quinoa
2 Tassen Wasser
200g Gemüse nach Wahl (hier Paprika, Gurke, Tomate)
1 EL Currypaste/Currypulver
Salz & Pfeffer

Nach Belieben:
20 Garnelen
Kokosmilch
Ingwer
Zitronengras
Chilischoten
Chili-/Paprikapulver
Kräuter
Zitronensaft

curry_coll

  1. Quinoa waschen, um die Bitterstoffe zu entfernen. Danach kann man die Körnchen in einer Pfanne kurz anbraten, um ein nussiges Aroma zu erhalten. Traditionell wird das Quinoa, ähnlich wie Reis, kurz im Wasser aufgekocht und dann bei niedriger Temperatur etwa 10 Minuten geköchelt. Schnell vom Herd nehmen und noch etwas quellen lassen. Faule Socken wie ich schmeißen das gewaschene Quinoa zusammen mit dem Wasser einfach in einen Reiskocher. Bei beiden Varianten gilt das Verhältnis 1 Teil Quinoa zu 2 Teilen Wasser.
  2. Knoblauch und Zwiebeln klein hacken und im Wok mit Kokosöl anschwitzen. Ich mag es bei den Gewürzen etwas asiatischer, deswegen werfe ich gern noch Zitronengras, eine klein geschnittene Scheibe Ingwer und für den Schärfekick eine in Scheiben geschnittene Chilischote mit ran. Kann man machen, muss man aber nicht.
  3. Jetzt die kleinen deliziösen Krustentiere bei mittlerer Hitze erröten lassen und anbraten. Nicht wundern: die Garnelen verlieren viel Wasser und schrumpfen. Vegetarier und Veganer können diesen Punkt gern überspringen.
  4. Gemüse ran und anbraten. Wobei gilt: festes Gemüse und Obst zuerst, wässriges zum Schluss. Ich habe genommen, was mein Kühlschrank noch so her gab: Zuerst habe ich die bunten Paprika angebraten. Nach etwa 5 Minuten kam die gewürfelte Gurke dazu. Scheut euch nicht, richtig scharf anzubraten und das Dunklere vom Pfannenboden abzukratzen: das gibt der Soße leckere Röstaromen.
  5. Dann wird das fertig gekochte Quinoa untergemengt. Oftmals wird die Mischung dann sehr trocken: mit etwas Wasser ablöschen. Wenns etwas cremiger sein darf, nehmt statt Wasser einfach Kokosmilch. Das nimmt auch die Schärfe, solltet ihr es beim Würzen etwas übertreiben. Ich hab hier nur Wasser dran. Auch lecker.
  6. Jetzt wird gewürzt: Pfeffer, Salz und Currypaste oder -gewürzmischung dazu. Abschmecken. Für die schärferen Esser unter euch darf ordentlich Paprika- oder Chillipulver ran. Nochmal kurz alles aufköcheln.
  7. Ist alles bissfest kommt der ganze Wok runter vom Herd und es werden noch Tomaten unter gehoben. So bleiben sie fest und entwickeln sich nicht zu Ketchup! Prinzipiell würde ich empfehlen, weiches Gemüse (oder auch Obst) ganz zum Schluss vor dem Anrichten unterzumengen. Die vertragen Hitze oftmals nicht so gut.
  8. Servieren! Ich garniere gern immer noch mit frischen Kräutern, hier zum Beispiel mit Minze oder Koriander. Für den besonderen Kick gern auch noch etwas frisch gepressten Zitronensaft darüber verteilen. Für den passenden Wein empfehle ich entweder einen Riesling oder samtig weiche Rotweine mit Beerenaromen.

 

Nährwertangaben pro Portion lt. myfitnesspal:rezept

Kalorien: 371 kcal
Kohlenhydrate: 45g
Fette: 5g
Protein: 36g
Cholesterin: 0g
Natrium: 15g
Zucker: 3g
Balaststoffe: 15g

 

Und das ist eigentlich mein Schema F für so ziemlich jedes Curry. Solls etwas exotischer sein? Ersetzt Tomate und Gurke mit Mango und Ananas. Oder wie wär’s statt Garnelen und Quinoa mit Rind und Reis? Hühnchen und Kichererbsen? Ungewöhnlich, aber lecker: der Rest vom Schweinebraten mit Lychees in Sesamöl. Aprikose mit Schnitzel in Erdnussöl und ganze Erdnüsse oder Cashews zum crunchen. Ich nutze gern saisonale Produkte: Im Herbst gibt’s zum Beispiel oft eine Variante mit Kürbis und Kartoffeln.  Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Was schmeckt, entscheidet ihr. Wie mögt ihr denn euer Curry?

Advertisements