9783551300423

Für uns war es sehr schwer, wenn die Seelenlosen keine offensichtlichen Merkmale hatten, anhand derer wir sie identifizieren konnten. Das Mädchen könnte aus jedem zweiten aktuellen Jugendbuch stammen. Da jeder Leser seine ganz individuelle Vorstellung hatte, gab es gewisse Variationen, aber im Großen und Ganzen hätte vor uns eine Katniss, eine Isabelle oder eine Katy stehen können.

  • Autor: Stefanie Hasse
  • Titel: Die Magie zwischen den Zeilen
  • Taschenbuch: 232 Seiten
  • Verlag: Impress
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551300429

Klappentext [lt. Impress]: Wenn die Menschen nur wüssten, wie gefährlich das Bücherlesen ist, wäre Lins Job um einiges leichter. Aber leider verlieben sich tagtäglich junge Frauen in Romanfiguren und ahnen dabei nicht, dass sie ihnen mit jedem schwärmerischen Seufzer ein wenig mehr Leben einhauchen – bis die Protagonisten aus den Büchern heraustreten, die Stadt unsicher machen und Lin sie wieder einfangen muss. Die unwiderstehlichen Vampire, die muskulösen Außerirdischen, die Gitarre spielenden Bad Boys … Als Wächterin der Bibliotheca Elementara kennt Lin sie alle persönlich. Alle außer Zacharias, den Protagonisten ihres Lieblingsbuchs »Otherside«, das sie entgegen aller Wächterregeln heimlich liest. Dabei ist er der einzige Romanheld, den sie gerne einmal kennenlernen würde…

Review: Obwohl die Idee, Figuren aus Büchern heraus zu lesen zum Beispiel für Leser der Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke nicht neu ist, so hat die Neuinterpretation durchaus Potential. Ein Team aus Elementarmagiern, dass des Nachts durch die Städte streift und Buchmonster einfängt? Klingt schon einmal witzig. Die erwähnten Buchfiguren hatten alle hohen Wiedererkennungswert, vorausgesetzt man kennt sich mit den Jugendbuch-Bestsellern der letzten 10 Jahre aus. Auch wenn das Team um Lin sich um das Jugendbuch-Genre kümmerte, so hätte ich mir doch mehr Figuren aus Klassikern gewünscht.

Der Schreibstil war für ein Erstlingswerk flüssig geschrieben und dem Geschehen leicht zu folgen. Jedoch kippte die zunehmend in den Vordergrund gerückte Liebesgeschichte und die damit beschriebene Gefühlwelt der Protagonistin so sehr ins kitschige ab, dass ich anfing, diese Parts nur noch quer zu lesen. Solche Szenen sind in einem Jugendbuch vermutlich zu erwarten. Da ich absolut kein Freund von solchem Schmusegeduse bin, versuche ich in meiner Bewertung das für mich anstrengend zu lesende Gefühls – Hin-Und-Her außer Acht zu lassen.

Das Ende schien mir etwas hastig hingezimmert und warf bei mir Fragen auf. Stellenweise entdeckte ich sogar logische Fehler. Vor allem die Tatsache, dass durch die Verwandlung in ihr entsprechendes Element-Totem immer jegliche Kleidung und so auch die wichtigen Kettenanhänger am Verwandlungsort verblieben, ließ mir manchmal die Stirn runzeln, da streckenweise Diskrepanzen entstanden. Die Konfliktlösung und die damit verbundene Moral kam mir ebenfalls sehr bekannt vor. Was sagte doch einst die Uyulála in der Unendlichen Geschichte von Michael Ende?

doch ist es schon lange her,
daß Menschen zu uns nach Phantásien kamen.
Sie wissen den Weg nicht mehr.
Sie haben vergessen, wie wirklich wir sind,
und glauben nicht mehr daran.
Ach, käme ein einziges Menschenkind,
dann wäre schon alles getan!
Ach, wäre nur eines zu glauben bereit
und hätte den Ruf nur vernommen!
Für sie ist es nah, doch für uns ist es weit,
zu weit, um zu ihnen zu kommen.

Ähnlich wie in der Unendlichen Geschichte ging es auch in Book Elements um die Dringlichkeit, dass das Lesen und der damit verbundene Einsatz von Fantasie wichtig für die Balance zwischen magischer und realer Welt ist.

 Ich habe aufgrund einer Empfehlung alle 3 Teile hier liegen. Ob ich allerdings weiter lese? Mal schauen. Mit einem Buch über Bücher bekommt man mich normalerweise immer rum. Mir scheint es jedoch, dass es immer schwieriger wird, in dieser Richtung noch originelle Storylines zu finden. Stefanie Hasse hat es probiert und mich dabei nicht ganz überzeugt. Gute Ansätze sind jedenfalls da.. Theoretisch gäbe es ein Käffchen weniger für dieses Buch, da mir bei all den Liebesszenen der Kaffee doch bitter aufstößt.

bewertung1459817230_coffee_641459817230_coffee_641459817230_coffee_641459817230_coffee_6421459817230_coffee_642

Wer sich für eine ähnliche Thematik bezüglich Jagen von Buchcharakteren interessiert und das ganze aber mit mehr Testosteron und weniger Jugendbuch-Charakter bedarf, dem empfehle ich an dieser Stelle die Buchmagier-Reihe von Jim C. Hines.

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