Dank der Wissenschaft wissen wir, dass uns das Lesen neue Perspektiven für unbekannte Denkweisen eröffnet. Schon das Lesen einzelner Wörter aktiviert zahllose Bereiche in unserem Gehirn. Senioren, die viel lesen, bleiben deshalb geistig fit. Zudem sagt man Lesern von Belletristik bessere soziale Kompetenzen nach. Wer sich wissenschaftlich weiterbilden möchte, dem rate ich an dieser Stelle zu einem Fachbuch von Maryanne Wolf, die sich auf der Basis von Psychologie, Neurowissenschaften und Kulturgeschichte mit dem Thema Lesen auseinandersetzt:

[In der Lesezuflucht] erlebten wir zum ersten Mal, wie es war, selbstvergessen Mittelerde, Liliput und Narnia zu durchstreifen. Dort schlüpften wir zum ersten Mal in die Haut von Gestalten, denen wir niemals begegnen würden – Prinzen und Bettlern, Drachen und Jungfrauen, Indianerhäuptlingen und einem deutsch-jüdischen Mädchen, das sich auf einem niederländischen Dachboden vor den Nazisoldaten versteckte.

Doch hier soll es nicht um die wissenschaftliche Seite des Lesens gehen. Sondern um die leidenschaftliche: Lesen ist für mich nicht nur ein Hobby, sondern ein Abtauchen in neue Welten. Wenn ich lese, kann ich alles sein: Held, Bösewicht, Monster, Prinzessin, Sternekoch, Drogendealer oder vielleicht ein sprechender Baum. Ich besuche ferne Länder, bereits besuchte Städte, Orte die es vielleicht garnicht gibt aber geben sollte. Und ich lerne so viel!

Ich lese, wo auch immer es geht, wenn es geht.

Meinen getreuen E-Book-Reader habe ich immer dabei. Zuhause im Bett oder auf dem Sofa lese ich dann dafür meistens die Print-Ausgaben. Ich gebe zu, ich bin einer dieser pingeligen Buchbesitzer, bei dem Eselsohren und ein gebrochener Buchrücken einen Todesblick auslösen. Ich habe zwar Bücher, die total zerlesen sind und bei denen leider schon das Cover leidet, aber das fällt bei mir unter Verschleiß. Ich mag dieses Gefühl der Abgegriffenheit, schließlich sind Bücher dann doch Gebrauchsgegenstände. Mutwillige ‚Zerstörung‘ jedoch wird bei mir geahndet.

Dadurch, dass ich sowohl Prints, als auch E-Books lese, findet bei mir oftmals ein Parallel-Lesen statt. Viele können oder wollen dieses Switchen zwischen Büchern nicht, für mich ist es jedoch essentiell für ein perfektes Leseerlebnis. Oftmals habe ich keine Lust, an einer Stelle weiterzulesen, aber bin trotzdem in Leselaune. Also greife ich zum Alternativ-Buch.

Lesen verändert mich. Jeden Tag.

Und damit ich mir merken kann, was ich so aus den Büchern mitgenommen habe, ohne direkt in die Bücher zu schreiben, führe ich eine Art Lesetagebuch. Ich schreibe da jetzt nicht regelmäßig rein. Das würde mir das Lesevergnügen ja total zerstören, wenn ich nach jeden 50 Seiten aufschreibe, was ich gelesen habe. Aber wenn ich einmal einen Schmöker erwische, der mich so richtig gefesselt hat, dann notiere ich mir die schönsten Zeilen, schreibe meine Gedanken zum Buch nieder und gelegentlich das ein oder andere Fremdwort auf, dass mir begegnet ist.

Der beste Freund eines Viellesers ist an dieser Stelle zudem Goodreads. Dort führe ich Buch, was ich gelesen habe & was ich noch lesen will. Ich bekomme neue Empfehlungen aufgrund meiner bereits gelesenen Bücher und entdecke viele neue Titel, die ich im Buchladen vermutlich nicht beachtet hätte. Ich kann mich mit anderen Lesern austauschen oder Buchgruppen anschließen. Ich kann Bücher bewerten und rezensieren. Es gibt Challenges und Lesemarathons. Am Ende des Jahres bekomme ich zudem eine Bilanz, wie mein Lesejahr verlief. Für einen verkappten Listen- und Statistik-Nerd wie mich also eine hervorragende Seite. Und natürlich hab ich auch die App für unterwegs. Zusammengefasst also das Mekka für Bücherfreunde.

Ein großartiges Buch sollte einen mit vielen Erfahrungen zurück lassen, und leicht erschöpft. Man sollte mehrere Leben leben, während man es liest.

Genau wie der Pulitzer-Preis Träger und Autor von „Sophies Entscheidung“ William Styron sehe ich das auch. Ein Buch muss mich fesseln und fordern. Sobald ich auf der Hälfte merke, dass ich und das Buch wohl einfach nicht zusammen finden werden, wird es eben abgebrochen. Es gibt zu viele Bücher, als dass ich meine Zeit weiter mit einem Werk verbringe, dass mich nicht anhebt.

Zudem lese ich viele Bücher in Originalsprache. Meine Bibliothek umfasst englische, französische und sogar japanische Titel. Sie helfen mir dabei, eine Sprache zu lernen. Zudem ist da auch noch die Übersetzungs-Problematik. Ich bin ein großer Fan von britischer Literatur. Da ist es oftmals schwierig Terry Pratchett oder Douglas Adams, welche oftmals mit der Sprache spielen, 1-zu-1 zu übersetzen, ohne Abzüge beim Humor zu machen.

Ich vermute, dass sich hauptsächlich Menschen auf diesen Blog verirren, die sowieso schon dem Lesewahn verfallen sind. Solltest du jedoch eine arme verlorene Seele sein, die noch nicht den Verlockungen der Bücherwelt frönt, so appelliere ich jetzt an dich: Lies ein Buch! Ich empfehle dir gern was. suche

Oder vielleicht empfiehlst DU mir ja ein gutes Buch? Sei nicht scheu, schreib mir!

Immer auf der Suche nach Literatur,

eure

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