Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wie komme ich dort hin?

Hinter diesen Fragen steckt das Bedürfnis, dem Leben eine Richtung zu geben. Jeder möchte, dass sein Leben einen Sinn und ein Ziel hat. Doch in unserem modernen Europa stehen uns vielleicht zu viele Türen offen. ‚Du kannst alles sein!‘ erklären uns Medien und Politik. Aber durch welche dieser vielen Türen soll ich denn nun gehen?

Wer ich bin?

Das weiß ich ganz gut. Es ist eher die Frage, wer ich sein will, die mir Kopfzerbrechen bereitet.

Wenn uns die Richtung im Leben fehlt, erleben die meisten von uns das als schmerzlich und lähmend. Auch mich ergreift im Moment eine Ohnmacht, denn bald beende ich mein Studium. Und ich habe keine Ahnung, wie es weiter gehen soll, bei den vielen Alternativen, die sich mir bieten. Diese vielen Möglichkeiten, die „HIER!“ schreien. Und ich stehe unschlüssig in der Mitte, versuche herauszufinden, welcher Stimme ich folgen soll. Und woher weiß ich, ob die lautesten und verführerischsten Rufe nun die richtigen sind?

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Familie gründen? Schließlich bin ich schon 26. Während meine Freunde heiraten, Kinder bekommen und sesshaft werden, lebe ich noch immer als Single in meiner kleinen Einraumwohnung. Ganz ehrlich? Finde ich eigentlich ganz gut, so frei und unabhängig.

Karriere machen? Schließlich habe ich lang und intensiv studiert. Mit einer guten Ausbildung, die zudem auch noch so breit gefächert ist wie meine, könnte ich vielleicht ganz an die Spitze. Aber will ich das überhaupt? Leistungsdruck und keine Freizeit um das verdiente Geld auszugeben? Keine Zeit um Luft zu holen, durchzuatmen?

Diese Unschlüssigkeit ist einer der Hauptgründe, warum ich diesen Blog starte. Denn mit diesem Projekt habe ich auch über das Studienende hinaus etwas, an dem ich mich festhalten kann. Ich betrachte diesen Blog als eine Art Tisch, auf dem ich übersichtlich in aller Ruhe alle Puzzleteile ausbreiten kann, die ich täglich in den verrücktesten Ecken aufsammle und von denen ich mir ziemlich sicher bin, dass sie zu mir gehören. Zumindest scheinen die Teile zu passen. Ich muss sie vielleicht mal drehen oder eventuell in eine andere Ecke stecken. Ich schaue nun endlich von oben auf den Tisch. Und vielleicht ergibt sich ja mit der Zeit ein wundervolles Bild.

Wer will ich sein?

Keine Ahnung. Jedenfalls nicht der Mensch, der ich gestern war; unentschlossen, ohne Motivation, träge und voller Ängste. Ich möchte fit sein, entscheidungsfreudig, klüger und lebenserfahren. Ich möchte mehr lesen, mehr schaffen, mehr entdecken.

Zumindest unmotiviert bin ich heute nicht mehr.fragend
Und der Rest kommt auch noch.

Auf der Suche nach Antworten,
eure

 

 

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